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Wanka-Plan Studienabbrecher sollen Handwerker werden

Jedes Jahr brechen Tausende Deutsche ihr Studium ab - Bildungsministerin Wanka will sich jetzt um sie kümmern: In Pilotprojekten sollen die gescheiterten Akademiker Handwerksberufe lernen.
Bundesbildungsministerin Wanka (CDU): Bildungsministerin plant Pilotprojekte für Studienabbrecher

Bundesbildungsministerin Wanka (CDU): Bildungsministerin plant Pilotprojekte für Studienabbrecher

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Hamburg - Abiturienten steuern nach der Schule oft automatisch die Hochschule an. Doch für viele stellt sich diese Entscheidung bald als falsch heraus: Fast 30 Prozent der Bachelor-Studenten beenden derzeit ihren anfangs eingeschlagenen Studienweg nicht. Um diese Abbrecher will sich Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) jetzt verstärkt kümmern: "Wir brauchen einen engeren Kontakt zwischen Studienabbrechern sowie den Kammern und Unternehmen, damit diese schnell zueinander finden", sagte Wanka der "Welt am Sonntag".

Die Ministerin plant dem Bericht zufolge Pilotprojekte: "Wir wollen es Studienabbrechern ermöglichen, eine verkürzte Ausbildung in Unternehmen zu absolvieren", sagte sie. Dazu müssten die von ihnen erbrachten Studienleistungen besser anerkannt werden.

Dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gefällt diese Idee: Das Handwerk brauche diese ausbildungsstarken Jugendlichen, sagte der ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer der Zeitung. Denn durch den technologischen Wandel seien die Anforderungen in vielen Berufen gestiegen. "Ihnen bieten sich ausgezeichnete Berufschancen." Der Verband weist darauf hin, dass in den kommenden zehn Jahren 200.000 Handwerksunternehmer einen Nachfolger suchen. Die Karrierechancen seien bemerkenswert, sagte Wollseifer.

Noch immer ist in Deutschland ein Studium die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. So zeigte im vergangenen Sommer eine Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung erneut: Zehn Jahre nach ihrem Abschluss sind nur ein Prozent der befragten Absolventen arbeitslos, vier von fünf Akademikern haben der Studie zufolge ein Einkommen, das über dem Durchschnitt aller Beschäftigten liegt. Wobei die Gehaltsunterschiede von Fach zu Fach stark variieren: Das niedrigste Durchschnittsgehalt erzielen demnach Sozialarbeiter, die eine Fachhochschule besucht haben (40.300 Euro). Und es gibt natürlich auch Akademiker, die sich von einem befristeten Job zum nächsten hangeln und zu Niedriglöhnen arbeiten. Das Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen errechnete jüngst: Fast jeder zehnte Akademiker erhielt im Jahr 2012 nicht mehr als 9,30 Euro brutto pro Stunde.

fln
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