Studium plusminus Gute Fächer, schlechte Fächer

Nicht jedes Studium zahlt sich aus, monetär jedenfalls. Zwei Forscher haben Gehälter von Berufstätigen mit und ohne Studium untersucht: Ökonomen, Juristen und Mediziner erzielen eine erstklassige "Bildungsrendite" - Künstler indes machen mit dem Studium sogar Verlust.


Wer einen akademischen Abschluss besitzt, hat beim Geld die Nase vorn. Dass diese Regel zutrifft, wenn auch nicht für alle Fächer, haben die Wirtschaftswissenschaftler Mark Wahrenburg und Martin Weldi von der Universität Frankfurt herausgefunden. Sie analysierten die Gehälter von über 18.000 männlichen Vollzeit-Berufstätigen. Ein Teil von ihnen hatte studiert, der andere lediglich das Abitur gemacht.

Kunsthochschüler: Brotloses Studium, sagen die Forscher
Till Christ/Hamed Eshrat, KHB

Kunsthochschüler: Brotloses Studium, sagen die Forscher

Die Forscher berücksichtigten, dass den künftigen Akademikern während ihrer Studienjahre Gehalt entgeht, das sie ohne Studium bereits beziehen könnten. Dieses entgangene Einkommen betrachten die beiden Forscher als private Investition. "Damit sie sich lohnt, müsste die Rendite bei über vier Prozent pro Jahr liegen", erläutert Weldi. "Ein entsprechender Gehaltsvorsprung durch ein Studium wird aber längst nicht in allen Fächern erreicht."

So machen beispielsweise Künstler oder Agrarwissenschaftler mit dem Uni-Studium häufig ein schlechtes Geschäft: Agrarwissenschaftler kommen auf eine magere Verzinsung von 2,6 Prozent; Künstler erleiden gar ein Minus, das heißt, sie können das ins Studium investierte Geld im Schnitt nicht mehr herausholen. Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Mediziner und Sozialwissenschaftler erzielen dagegen eine Rendite von satten 13 Prozent pro Jahr, Mathematiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler von rund 8 Prozent.

Die Wahl des richtigen Studienfachs sei leicht "einige hunderttausend Euro" wert, so die Autoren. Weldi schränkt jedoch ein: "Das sind rein monetäre Betrachtungen, aus denen wir keine Studienempfehlungen ableiten wollen." Für die spätere Zufriedenheit mit der Studienwahl sei auch ein ideeller Zugewinn ausschlaggebend - und der wurde nicht berechnet.



© UniSPIEGEL 1/2008
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