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Tabuthema Gehalt Über Geld spricht man nicht

Die lieben Kollegen kennen jedes Detail der Scheidungsklage und wissen alles über Alkoholexzesse der Tochter - aber nicht, was der Zimmernachbar verdient. Der Gehaltsreport 2009 zeigt: Je höher die Hierarchiestufe, desto wortkarger werden Führungskräfte, wenn's um ihr Salär geht.
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Gehaltsreport: Wer über Geld redet und wer nicht

Foto: Manager Magazin

Hamburg - "Und was verdienst du?" Eine Antwort auf diese Frage gibt es in Deutschland selten. Auch die Teilnehmer des Gehaltsreports von manager magazin schweigen sich mit großer Mehrheit gegenüber Kollegen über ihr Gehalt aus. Nicht einmal jeder Fünfte weiß, was seine Kollegen verdienen.

Über 91.000 Angestellte, Beamte und Freiberufler gaben im Gehaltsreport 2009 detailliert Auskunft über die Entwicklung ihrer Einkommen und ihre Erwartungen für die kommenden Jahre. Der Gehaltsreport zeigt aber auch, dass sie Kollegen gegenüber sehr zurückhaltend sind mit Auskünften über ihren Verdienst. Und je höher die Hierarchiestufe, desto wortkarger werden sie. Kein Wunder: In den oberen Führungsetagen ist das Gehalt selten an einen Tarifvertrag gebunden, sondern zum großen Teil von der eigenen Leistung abhängig.

"Wer über dem Schnitt verdient, fürchtet den Neid der anderen; wer darunter liegt, schämt sich", erklärt Gehaltscoach Martin Wehrle die Zurückhaltung. Hinzu komme, dass die Gehaltsstrukturen sehr ungerecht seien: "Nur wer laut genug schreit, bekommt auch was", sagt Wehrle. So können Gehälter für die gleiche Tätigkeit stark variieren.

Wirtschaftsprüfer und Lehrer haben wenig Hemmungen

Ein Fünftel aller Angestellten vermutet große Gehaltsspreizungen in der eigenen Abteilung. Genau weiß es aber kaum einer. Über 80 Prozent der Befragten halten die Gehaltsstruktur in ihrem Unternehmen für intransparent, etwa genauso viele empfinden die Kriterien der Vergütung als nicht nachvollziehbar und unfair.

Überraschend offen bei Gehaltsfragen sind Wirtschaftsprüfer. 37 Prozent der Befragten tauschen sich mit ihren Kollegen aus. Auch Lehrer, Unternehmensberater und Angestellte in Verkehr und Luftfahrt haben wenig Hemmungen.

Besonders schweigsam sind dagegen Angestellte in der Lebensmittelindustrie und der Metallbranche. Den meisten Unternehmen ist das nur recht: Viele Arbeitgeber tragen zur Tabuisierung des Gehaltsthemas bei, indem sie das Redeverbot gleich im Arbeitsvertrag festschreiben.

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