In Kooperation mit

Job & Karriere

Unesco-Studie zur Erwachsenenbildung Deutschland mit vorbildlicher Weiterbildung

Die Beteiligung lückenhaft, die Investitionen unzureichend: Die Unesco stellt vielen Staaten in der Erwachsenenbildung ein mangelhaftes Zeugnis aus. Ganz anders ist die Situation jedoch in Deutschland.
Endlich mal ein Spitzenplatz: Deutschland ist bei der Erwachsenenbildung führend, sagt die Unesco

Endlich mal ein Spitzenplatz: Deutschland ist bei der Erwachsenenbildung führend, sagt die Unesco

Foto: imago images / Westend61

Führend bei der Qualität, Beteiligung und Finanzierung von Erwachsenenbildung: Deutschland gehört zum knappen Fünftel der Länder weltweit, das mehr als vier Prozent des Bildungsbudgets in lebenslanges Lernen investiert.

Das geht aus dem am Donnerstag vorgestellten Unesco-Weltbericht zur Erwachsenenbildung hervor, für den Daten aus insgesamt 159 Ländern ausgewertet wurden. Weltweit ist die Situation allerdings überhaupt nicht zufriedenstellend, heißt es in der Studie: Viel zu wenig Erwachsene haben Zugang zu Bildung.

Die Autoren fordern deshalb generell stärkere Investitionen von Regierungen und Arbeitgebern in die Erwachsenenbildung. Außerdem müssten Geberländer ihren Hilfsverpflichtungen gegenüber Entwicklungsländern nachkommen. Investitionen in lebenslanges Lernen bringen dem Bericht zufolge soziale und wirtschaftliche Vorteile mit sich.

Besonders betroffen von fehlenden Weiterbildungsangeboten sind vor allem Gruppen wie Erwachsene mit Behinderungen, Ältere, Geflüchtete und Migranten. Doch das Bewusstsein dafür ist oftmals gar nicht vorhanden, heißt es in dem Bericht: Viele der untersuchten Länder gaben an, die Teilnahmeraten von Gruppen wie Migranten oder Geflüchteten an Weiterbildungsangeboten gar nicht zu kennen.

Auch die Finanzierung ist insgesamt unzureichend, stellen die Autoren fest: So gab nur ein knappes Drittel der Länder an, dass die Ausgaben für lebenslanges Lernen mit Blick auf den Anteil am Bildungsbudget seit 2015 gestiegen sind. Länder mit niedrigem Einkommen melden eher einen Rückgang als einen Anstieg.

Gutes Zeugnis für Deutschland

Der Bericht zeige, dass die Erwachsenenbildung und -weiterbildung weit unten auf der Agenda der meisten Mitgliedstaaten stehe, monieren die Autoren. "Die Beteiligung ist lückenhaft, die Fortschritte mangelhaft und die Investitionen unzureichend."

Deutschland stellen sie dagegen ein gutes Zeugnis aus: So lobt der Bericht das Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz, das 2016 verabschiedet wurde. Es hat unter anderem zum Ziel, geringqualifizierten Arbeitnehmern und Langzeitarbeitslosen einen besseren Zugang zu beruflicher Weiterbildung zu ermöglichen. Dabei werden Teilnehmer - zunächst bis 2020 - mit einer Prämie bei bestandener Prüfung motiviert.

Das scheint offenbar zu wirken: Nach Angaben einer Studie des Bildungsministeriums vom August greifen Menschen in Deutschland zunehmend auf Weiterbildungen zurück. 2018 haben sich knapp 30 Millionen an den verschiedensten Bildungsangeboten beteiligt - und damit rein rechnerisch mehr als die Hälfte aller 18- bis 64-Jährigen.

sun/faq/dpa