90.000-Dollar-Gehaltsverzicht Uni-Präsident schenkt Mitarbeitern sattes Lohnplus

Weil er es sich leisten kann: Der Präsident der amerikanischen Kentucky State University findet, er sei reich genug und gibt ein knappes Viertel seines Jahresgehalts an schlecht bezahlte Mitarbeiter ab. Für die steigt der Lohn um 40 Prozent.

Großzügiger Präsident: Raymond M. Burse leitet derzeit die KSU
Kysu

Großzügiger Präsident: Raymond M. Burse leitet derzeit die KSU


"Ich muss nicht arbeiten", sagt Raymond Burse. Deshalb fällt es dem Interimspräsidenten der Kentucky State University (KSU) auch nicht schwer zu teilen. Er bat darum, sein Jahresgehalt von knapp 350.000 US-Dollar (rund 260.000 Euro) um 90.000 Dollar (67.000 Euro) zu kürzen - mit dem Geld sollen die Gehälter von schlecht bezahlten Uni-Mitarbeitern erhöht werden.

Dank Burse' Gehaltskürzung werden ab sofort die Stundenlöhne von 24 KSU-Mitarbeitern von 7,25 Dollar (5,40 Euro) auf 10,25 Dollar (7,65 Euro) angehoben, berichtet der Lexington Herald-Leader. Die Mitarbeiter befanden sich vorher am untersten Ende der Gehaltsskala der Uni.

Sein Verzicht sei eine Reaktion auf die derzeit "harten Zeiten", sagte Burse. Er wolle den Mitarbeitern zeigen, dass sich die Uni-Leitung um sie kümmert. Die Aktion sei kein PR-Manöver: "Ich habe das für die Menschen getan", so Burse.

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Burse ist seit Juli Interimspräsident der KSU. Er wird im Amt bleiben, bis ein neuer Präsident gewählt worden ist, längstens jedoch bis Juni 2015. Der Absolvent der Harvard Law School war bereits von 1982 bis 1989 Präsident der KSU. Danach arbeitete er als Manager bei General Electric, ehe er 2012 mit üppigen Bezügen in Rente ging.

Dass andere Uni-Präsidenten seinem Beispiel folgen, erwartet Burse nicht. "Ich war in einer Position, in der ich so etwas tun konnte", sagte er. Die Gehälter der Mitarbeiter sollen auch unter den zukünftigen Präsidenten nicht wieder abgesenkt werden.

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
gumbofroehn 05.08.2014
1.
Sehr anerkennenswert. Es zeugt von persönlicher Reifenicht mehr jeder Sesterze hinterher zu lechzen, wenn die Vermögensbildung abgeschlossen ist. Da gibt es leider ganz andere Beispiele im Wirtschaftsleben.
trevi 05.08.2014
2.
Diese edle Geste von Prof.Burse sollte auch allen Deutschen- Prof's und Managern ein Beispiel sein, zumindest ähnliche Entscheidungen zu treffen - --Aber dazu gehört Charakter ! ....
deralchimist 05.08.2014
3. Ich finde...
den ersten Satz total daneben. Weil er es sich leisten kann?? Ihr habt wohl vergessen zu was die menschliche Gier alles fähig ist, und ehrlich gesagt finde ich das Jahresgehalt nicht gerade üppig für Jemanden in seinen Stellenwert. Der erst Satz sollte demnach heissen: " weil er ein herzensguter Mensch ist und für ihn Geld nicht alles bedeutet." nochmal zum Kontrast ( weil er es sich leisten kann). klingt doch viel besser.
Jan_ 05.08.2014
4.
Zitat von treviDiese edle Geste von Prof.Burse sollte auch allen Deutschen- Prof's und Managern ein Beispiel sein, zumindest ähnliche Entscheidungen zu treffen - --Aber dazu gehört Charakter ! ....
Ich wage zu bezweifeln das einer der Professoren und seien sie auch Präsident ihrer Uni 260.000€ verdient, viele werden nichtmal auf die 90.000$ kommen auf die der Herr Burse verzichtet hat...
alwalis 05.08.2014
5.
Vielleicht könnte man auch darüber nachdenken, wie es zu dieser Diskrepanz kommt, dass Menschen solch niedrige Löhne erhalten, für eine Arbeit, die ja angeblich eine "minderwertige" ist. Ich wette drauf, dass viele größeres Unternehmen, in welchem von heute auf morgen sämtlich Geringverdiener die Arbeit niederlegen würden, sofort zusammenbrechen würde, wo hingegen der Vorstand komplett zurücktreten könnte und der Betrieb noch lange laufen könnte. (wenn denn untere Ebenen Entscheidungen treffen könnten). In vielen Fällen täte es der Firma sogar gut, wenn es diese gar nicht erst gäbe: siehe Karstadt. Wie auch immer finde ich es heftig, wenn Arbeiter auf die "Gnade" der oberen Etage angewiesen ist.
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