Vortanzen für den Job "Haben Sie noch Fragen?"

Wie man's macht, macht man's falsch. Das Bewerbungsgespräch ist eine Angstsituation für viele Kandidaten. Grandiose Überheblichkeit oder Kotau vor dem Personalchef - wie meistert man das Vortanzen? Ein nur halb ernst gemeinter Psychotest.

Benjamin von Eckartsberg

Von Lisa Seelig und Elena Senft


Und wenn man noch so viele Bewerbungsratgeber gelesen hat, im Ernstfall Vorstellungsgespräch kann allerhand schiefgehen: Mit falscher Bescheidenheit bringt der Kandidat sich um alle Chancen. Allzu forsches Auftreten kommt bei Mitarbeitern aus Personalabteilungen und bei künftigen Chefs aber auch nicht gut an. Was tun, damit es mit dem Job klappt?

Der UniSPIEGEL-Psychotest wird es zeigen: Hier geht es zum Test

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fintenklecks 12.05.2010
1. Die eigene Persönlichkeit
Zitat von sysopWie man's macht, macht man's falsch. Das Bewerbungsgespräch ist eine Angstsituation für viele Kandidaten. Grandiose Überheblichkeit oder Kotau vor dem Personalchef - wie meisterst man das Vortanzen? Ein nur halb ernst gemeinter Psychotest. http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,690409,00.html
Ein Patentrezept gibt es nicht. Denn jeder Personalchef, jede Firma hat ihre eigene Philosophie. Es wird der Bewerber genommen, der in diese Philosophie bzw. in das Team passt. Von daher sei dem Bewerber geraten, seine Persönlichkeit zu zeigen und auf der anderen Seite auch möglichst viel über die Firma zu erkunden, ob man zusammen passt. Es ist nicht gut, den Anschein zu erwecken, man sei auf diesen Job angewiesen, also nicht mit dem Anspruch hineingehen "ich will diesen Job haben" sondern mit dem Anspruch hineingehen "Kann ich diesen Job gut meistern?" Passt diese Firma zu meinem Persönlichkeitsprofil? Gut kommt an, wenn man fragt, welche Kompetenzen man hat, welche Ziele die Firma hat, und wie man sich eine Zusammenarbeit vorstelle. Gut kommt an, eine Natürlichkeit, eine Autenzizität zu zeigen. Nicht jeder will den gleichen Bewerber-Typus. Während der eine mehr auf Gehorsamkeit steht, will der andere mehr Eigeninitiative. Der dritte Bescheidenheit, der vierte die Dreistigkeit. Eine Führungsperson darf nicht schüchtern sein. Ein Untergebener schon. Es kommt natürlich auch auf die Aufgabe an, die man meistern soll. Gut kommt an, wenn man mit Empathie auf die Erfordernisse eingeht und zeigt, wie man welche ähnlichen Aufgaben bereits gemeistert hat und wie man sich die Arbeit vorstellt. Berufsanfänger können auf Ehrenämter, Vereinstätigkeiten oder ähnliches verweisen.
Haio Forler 12.05.2010
2. .
90 % aller Bewerbungstrainingsbücher sind Schrott oder mittelmäíg.
boam2001, 12.05.2010
3. Realität sieht leider anders aus !
Zitat von fintenklecksEin Patentrezept gibt es nicht. Denn jeder Personalchef, jede Firma hat ihre eigene Philosophie. Es wird der Bewerber genommen, der in diese Philosophie bzw. in das Team passt. Von daher sei dem Bewerber geraten, seine Persönlichkeit zu zeigen und auf der anderen Seite auch möglichst viel über die Firma zu erkunden, ob man zusammen passt. Es ist nicht gut, den Anschein zu erwecken, man sei auf diesen Job angewiesen, also nicht mit dem Anspruch hineingehen "ich will diesen Job haben" sondern mit dem Anspruch hineingehen "Kann ich diesen Job gut meistern?" Passt diese Firma zu meinem Persönlichkeitsprofil? Gut kommt an, wenn man fragt, welche Kompetenzen man hat, welche Ziele die Firma hat, und wie man sich eine Zusammenarbeit vorstelle. Gut kommt an, eine Natürlichkeit, eine Autenzizität zu zeigen. Nicht jeder will den gleichen Bewerber-Typus. Während der eine mehr auf Gehorsamkeit steht, will der andere mehr Eigeninitiative. Der dritte Bescheidenheit, der vierte die Dreistigkeit. Eine Führungsperson darf nicht schüchtern sein. Ein Untergebener schon. Es kommt natürlich auch auf die Aufgabe an, die man meistern soll. Gut kommt an, wenn man mit Empathie auf die Erfordernisse eingeht und zeigt, wie man welche ähnlichen Aufgaben bereits gemeistert hat und wie man sich die Arbeit vorstellt. Berufsanfänger können auf Ehrenämter, Vereinstätigkeiten oder ähnliches verweisen.
Im Prinzip gebe ich Ihnen Recht. Die Realität sieht jedoch leider so aus, daß viele arbeitssuchende Menschen aus vielerlei Gründen auf eine Arbeit angewiesen sind bzw. von dritter Stelle indirekt unter Druck gesetzt werden, jede Arbeit anzunehmen, die angeboten wird. Da geht man schnell mit der geistigen Haltung in ein Bewerbungsgespräch nach dem Motto "Ich bin auf diesen Job angewiesen". Diese Menschen fragen womöglich erst in zweiter Linie, ob sie diesen Job gut meistern können bzw. gut ins Team sowie in die Unternehmensphilosophie passen. Man hat als Arbeitssuchender leider unter den heutigen Gegebenheiten nicht mehr die Freiheit sich zu fragen, ob ich auf diese Stelle passe, ob ich mit der Unternehmensphilosophie zurecht komme und ob ich den Job gut meistern kann. Meiner Ansicht nach schrauben die Personalverantwortlichen jedoch auch die Anforderungen für eine Tätigkeit derart hoch, daß nur wenige oder gar keiner diesen gerecht wird. Man muss als Bewerber auch die Chance haben, sich in einem Umfeld bzw. in einer Tätigkeit zu entwickeln. Ich habe oft den Eindruck, als ob viele Personalverantwortliche die berühmte "Eierlegende Wollmilchsau" suchen, die nach kurzer Zeit voll einsetzbar ist, die alles weiß und in jede Situation mit Bravour meistern kann. Man gibt vielen Bewerbern kaum noch die Möglichkeit, sich in eine Arbeit und eine Rolle einzuarbeiten bzw. einzufinden. Alles muß innerhalb von 2 bis 3 Monaten gesschehen sein. Ein professioneller Sportler wärmt sich vor dem Erbringen von Höchstleistungen auch vorher intensiv auf. Ein professioneller Sänger macht vor einem Auftritt intensive Stimmübungen, damit seine Stimme bei einem Konzert den Belastungen standhält. Ansonsten besteht bei beiden die Gefahr von Verletzungen.
fucus-wakame 12.05.2010
4. Courage
Als Bewerber muß man auch in der Lage sein, daß Bewerbungsgespräch abzubrechen und den Raum zu verlassen.
fintenklecks 12.05.2010
5. Gute Jobs
Zitat von boam2001Im Prinzip gebe ich Ihnen Recht. Die Realität sieht jedoch leider so aus, daß viele arbeitssuchende Menschen aus vielerlei Gründen auf eine Arbeit angewiesen sind bzw. von dritter Stelle indirekt unter Druck gesetzt werden, jede Arbeit anzunehmen, die angeboten wird. Da geht man schnell mit der geistigen Haltung in ein Bewerbungsgespräch nach dem Motto "Ich bin auf diesen Job angewiesen". Diese Menschen fragen womöglich erst in zweiter Linie, ob sie diesen Job gut meistern können bzw. gut ins Team sowie in die Unternehmensphilosophie passen. Man hat als Arbeitssuchender leider unter den heutigen Gegebenheiten nicht mehr die Freiheit sich zu fragen, ob ich auf diese Stelle passe, ob ich mit der Unternehmensphilosophie zurecht komme und ob ich den Job gut meistern kann. Meiner Ansicht nach schrauben die Personalverantwortlichen jedoch auch die Anforderungen für eine Tätigkeit derart hoch, daß nur wenige oder gar keiner diesen gerecht wird. Man muss als Bewerber auch die Chance haben, sich in einem Umfeld bzw. in einer Tätigkeit zu entwickeln. Ich habe oft den Eindruck, als ob viele Personalverantwortliche die berühmte "Eierlegende Wollmilchsau" suchen, die nach kurzer Zeit voll einsetzbar ist, die alles weiß und in jede Situation mit Bravour meistern kann. Man gibt vielen Bewerbern kaum noch die Möglichkeit, sich in eine Arbeit und eine Rolle einzuarbeiten bzw. einzufinden. Alles muß innerhalb von 2 bis 3 Monaten gesschehen sein. Ein professioneller Sportler wärmt sich vor dem Erbringen von Höchstleistungen auch vorher intensiv auf. Ein professioneller Sänger macht vor einem Auftritt intensive Stimmübungen, damit seine Stimme bei einem Konzert den Belastungen standhält. Ansonsten besteht bei beiden die Gefahr von Verletzungen.
Heute, wo gute Jobs schwer zu finden sind, ist man geneigt zu nehmen, was man bekommen kann. Manchmal bietet es sich auch als "Sprungbrett" an. Da haben Sie auch Recht. Nur ich meine, man darf dies nicht zeigen. Man sollte nach Möglichkeit immer zeigen, dass man wirklich und ernsthaft an dieser Position interessiert ist, weil man dafür der oder die Richtige ist. Auch darf man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen und signalisieren, "mit mir kann man alles machen, was man möchte". Firmen, die dies vorhaben sind meistens nicht die Richtigen für die Bewerber. Man hat als Bewerber mit diesen Firmen nur Ärger. Und gute Firmen wollen keine Ja-Sager, sondern Mitarbeiter mit Biss, die Aufträge rein holen.
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