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Gehaltsvergleich Was bringt mein Studium?

Verdienen Informatiker besser als Juristen? Welche Lehre bringt mehr als ein Studium? Fachhochschule oder Uni? Mit dem SPIEGEL-ONLINE-Studienfachrechner können Sie überprüfen, welcher Ausbildungsweg sich finanziell wirklich lohnt.
Schwierige Frage: Was soll ich bloß studieren?

Schwierige Frage: Was soll ich bloß studieren?

Foto: © Mike Segar / Reuters/ REUTERS

Sie arbeiten jeden Tag zusammen. Sie reicht ihm die Instrumente, er schiebt sie dem Patienten in den Mund, prüft seine Zähne. Er ruft ihr seine Diagnose zu, sie notiert. Beim Einkommen liegen der Zahnarzt und seine Helferin dagegen weit auseinander: Am Ende des Arbeitstages wird er netto rund 160 Euro verdient haben, sie rund 53 Euro. Nach einem Jahr hat der Dr. med. dent. bereits 27.000 Euro mehr verdient als seine Angestellte, über ihr gesamtes Berufsleben mehr als eine Million Euro.

In einer Studie  haben die Ökonominnen Daniela Glocker und Johanna Storck vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die Einkommen von Absolventen in 70 Studienfächern und Ausbildungsberufen untersucht. Aus mehreren Gründen dürfte keine andere Studie so gut geeignet sein, um die Einkommen von Absolventen zu vergleichen:

  • Die Studie verwendet Daten des Mikrozensus, der "kleinen Volkszählung" zwischen 2005 und 2008. Die Forscherinnen konnten so Abschlüsse und Nettoeinkommen von mehr als 200.000 Menschen mit Abitur im Alter von 21 bis 65 Jahren untersuchen.

  • Glocker und Storck haben viele Faktoren herausgerechnet, die nichts mit dem Abschluss zu tun haben: So verdient ein Arzt am Starnberger See mehr als einer in Bautzen, ein 60-jähriger Lehrer hat ein höheres Einkommen als ein 30-jähriger. Um diese Effekte sind die Ergebnisse bereinigt, ebenso um Unterschiede in Geschlecht, Familienstand (und damit Steuerklasse), Ausbildungsdauer und dem Risiko, arbeitslos zu werden. Dadurch kommen die Zahlen dem tatsächlichen Einkommensunterschied sehr nahe.

  • Die Studie bezieht sich auf die Absolventengehälter in allen Altersgruppen, nicht nur auf Einstiegsgehälter. Daher ist - zumindest eine vorsichtige - Aussage über das lebenslange Einkommen möglich.

Mit dem SPIEGEL-ONLINE-Studienfachrechner können Sie vergleichen, welche Ausbildung und welches Studium sich für wen lohnt. Eine sichere Vorhersage ist das natürlich nicht. Die Studie ist zwar die aktuelleste zu diesem Thema, die Daten sind aber einige Jahre alt. Niemand kann sagen, wie sich die Gehälter in den kommenden Jahrzehnten entwickeln. Doch eine bessere Orientierung als Papas "Studier' Jura, das ist was Handfestes" bietet der Rechner allemal.

Warum erscheinen manche Unterschiede zwischen den Absolventengruppen so klein?

Nettolöhne: Die Befragten im Mikrozensus geben Nettolöhne an. Da der Zahnarzt auch prozentual mehr Steuern zahlt als seine Helferin, verringert sich der Unterschied.Ausbildungszeit: Ein Studium dauert meist länger als eine Ausbildung - und ist unbezahlt. Nach dem Studium müssen Akademiker daher erst mal den Einkommensvorsprung der Nicht-Akademiker einholen. Das drückt ihr Durchschnittseinkommen.Abschluss, nicht Beruf: Die Studie vergleicht Absolventen eines Faches - nicht die Berufe, die sie üblicherweise ausüben. Der Betriebswirt, der zu Hause bleibt und seine Kinder erzieht, fließt genauso in die Berechnung ein wie der Top-Manager.