Wettbewerb "CEO of the future" Die Schule der Chefs

Weck den Chef, der in dir steckt: In einem Online-Strategiespiel können Managementtalente sich als Führungskräfte empfehlen. Der Sieger der letzten Runde legte eine Blitzkarriere hin - inzwischen ist Michael Krause, 29, Finanzchef eines Großkonzerns.

Von Claus G. Schmalholz


"Führung bedeutet Bereitschaft zum Risiko", sagt Michael Krause. Er muss es wissen. Krauses kurzer Karriereweg war so steil, dass manch anderer abgestürzt wäre.

Gewinner der letzten Runde: Michael Krause (links) mit McKinsey-Chef Jürgen Kluge
Enno Kapitza

Gewinner der letzten Runde: Michael Krause (links) mit McKinsey-Chef Jürgen Kluge

Nach Abitur, Industriekaufmann-Lehre und BWL-Studium stieg er bereits mit 23 Jahren zum leitenden kaufmännischen Mitarbeiter beim Pharmakonzern Bayer auf. Später wechselte er zu einer Siemens-Tochter nach Kroatien, deren Umsatz er in zwei Jahren verdoppelte. Seit Dezember ist er Chief Financial Officer (CFO) des Versandhandels der KarstadtQuelle AG, mit 29 Jahren.

Krause, "CEO of the Future" des Jahres 2004, ist also auf dem besten Weg, ein echter CEO zu werden. Damit ist er ein Vorbild für den Nachwuchswettbewerb, den manager magazin und die Unternehmensberatung McKinsey in diesem Jahr zum vierten Mal ausschreiben.

Die Bewerber müssen in einem Strategiespiel beweisen, dass sie das Zeug zum Chef haben. Einige Neuerungen versprechen einen noch spannenderen Spielverlauf. Und die Riege der Juroren, die bei der Endrunde in Kitzbühel die Sieger küren wird, verschafft den 25 Finalisten ein hochkarätiges Erlebnis.

Unternehmenslenker prüfen die Konzepte

Die Spielstrategen präsentieren ihre Ergebnisse vor Topmanagern wie dem Allianz-Chef Michael Diekmann, Bayer-Vormann Werner Wenning, dem Aufsichtsratschef der Credit Suisse Deutschland, Michael Rüdiger, SAP-Lenker Henning Kagermann, McKinsey-Chef Jürgen Kluge, Siemens-Vormann Klaus Kleinfeld sowie Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich P. Joussen. Als Ehrenjuror beurteilt der langjährige McKinsey-Vormann Herbert Henzler die Finalisten. Außerdem in der Jury: manager-magazin-Chefredakteur Arno Balzer, N-TV-Geschäftsführer Johannes Züll und SPIEGEL-ONLINE-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron.

Nach Kitzbühel schafft es aber nur, wer die richtige Strategie gewählt und sein Managementtalent bewiesen hat. Die Teilnehmer müssen ein Handy der virtuellen Firma "Savvy Phones Inc." am Markt einführen. Sie müssen entscheiden, wie sie ihr Kapital und ihr Personal am besten einsetzen. Teilnehmen können Nachwuchsmanager und Studenten aller Fachrichtungen. Gespielt wird via Internet, eine Runde dauert rund 50 Minuten. Wie in der realen Wirtschaft müssen sich die virtuellen Manager im Kampf mit der Konkurrenz beweisen. Jeweils zwei Spieler treten online gegeneinander an.

Für die Top-Talent-Tournament-Runde, die vom 16. Oktober bis zum 19. November gespielt wird, müssen sich die Teilnehmer im Alter von 22 bis 32 Jahren mit ihrem Lebenslauf bewerben. Die 80 Besten aus aller Welt werden zu Workshops eingeladen, in denen Experten ihre Soft Skills sowie ihre analytischen Fähigkeiten testen.

20 Teilnehmer bleiben übrig

20 Toptalente werden schließlich mit den besten Kandidaten aus der am 20. November startenden Wildcard-Runde (ohne Altersbeschränkung) zu sieben Teams zusammengestellt. Jedes Team bearbeitet in sieben Wochen eine Aufgabe aus einem der Partnerunternehmen des Wettbewerbs – und präsentiert das Ergebnis der Prominenten-Jury.

Zu gewinnen sind Geld, Kontakte und Erfahrungen. Die fünf besten Kandidaten erhalten ein persönliches Coaching durch einen der Topmanager. Die drei besten "CEOs of the Future" bekommen zusätzlich Karrierebudgets von 5000 bis 15 000 Euro, die sie etwa für Managementkurse einsetzen können.

Die Blitzkarriere von Michael Krause darf den Teilnehmern als Ansporn für den eigenen Aufstieg dienen. Der Titel des "CEO of the Future" hat einen sehr guten Klang in deutschen Konzernen. Als KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff die Berufung Krauses verkündete, wies er stolz darauf hin, dass sein neuer Finanzchef aus dem Wettbewerb mit 19.000 Bewerbern als Sieger hervorgegangen war.



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