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Affäre um Doktortitel Scheuer schimpft auf Medien

Gerne führte Andreas Scheuer den Zusatz "Dr." vor seinem Namen, dann verzichtete er darauf - weil Journalisten die Vorwürfe rund um seine akademischen Titel thematisierten. Jetzt kritisiert der CSU-Generalsekretär die Medien.
Seehofer und Scheuer: "Man wundert sich"

Seehofer und Scheuer: "Man wundert sich"

Foto: Marc Müller/ dpa

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer hat die große mediale Berichterstattung über seinen Doktortitel kritisiert. Auf die Frage, ob er sich ungerecht behandelt fühle, sagte Scheuer vor einer CSU-Vorstandssitzung in München: "Wenn man nachliest und die Sachen mehr als acht Jahre alt sind, dann wundert man sich schon über manche Darstellungen auf Titelseiten in epischer Breite." Für den frühen Nachmittag wird eine Pressekonferenz erwartet.

Scheuer hatte an der Prager Karls-Universität ein sogenanntes "kleines Doktorat" erworben. Den Titel "Dr." ohne Zusatz darf er in Deutschland aber nicht führen - außer in Bayern und Berlin. Die "FAZ" hatte diesen seit Jahren bekannten Sachverhalt am Freitag auf ihrer Titelseite aufgegriffen  - und noch einige weitere Details zusammengetragen. Scheuer kündigte daraufhin an, auf das Führen der Buchstaben "Dr." vor seinem Namen künftig zu verzichten.

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Titelaffäre in der CSU: Herr Scheuer und der kleine Doktor

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Insgesamt ist die Qualität seiner Arbeit mit dem Titel "Die politische Kommunikation der CSU im System Bayerns" dürftig: So widerspricht sich Scheuer in der Arbeit mitunter selbst. Auf Seite 19 berichtet er von 2853 Ortsverbänden der CSU, acht Seiten weiter sind es plötzlich nur noch "ca. 2840". Eine Quelle fehlt. Auch Rechtschreibfehler und falsch geschriebene Namen finden sich viele, es entsteht der Eindruck von Schlampigkeit.

Der Ombudsmann für die deutsche Wissenschaft, der Bonner Juraprofessor Wolfgang Löwer, sprach sich bereits am Wochenende dafür aus, dass die Arbeit auf einen möglichen Plagiatstatbestand hin wissenschaftlich untersucht wird. Die bekanntgewordenen Stellen "sollten Anlass sein, genauer hinzusehen und zu prüfen, wie der Text entstanden ist", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

otr/dpa
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