Wunsch-Arbeitgeber Die Favoriten von Studenten und Schülern

Junge Juristen, Ökonomen und Ingenieure haben ziemlich präzise Vorstellungen, wo sie am liebsten arbeiten würden: bei den Elefanten der Wirtschaft. Kurios fällt die Rangliste von Schülern aus - zwischen Polizei und Bundeswehr zwängt sich das gute alte ZDF.


Immer gern genommen: Die ganz großen Marken
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Immer gern genommen: Die ganz großen Marken

Ranglisten über beliebte Arbeitgeber sind selbst beliebt, sowohl bei den Instituten, die sie erstellen, als auch bei den genannten Unternehmen. Das Institut zeigt, dass es existiert - und die Unternehmen zeigen, wie attraktiv sie für Arbeitnehmer sind.

Bei der rituellen Lobhudelei war jetzt das Trendence-Institut an der Reihe: Das Umfrage-Institut kürt regelmäßig Deutschlands beliebteste Arbeitgeber. Beim "Absolventenbarometer 2006" wurden nach Angaben von Trendence knapp 20.000 Studenten kurz vor dem Examen sowie Absolventen befragt.

Trendence fragte nicht nur Juristen, Wirtschaftswissenschaftler und Ingenieure nach ihren Favoriten, sondern auch Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18 Jahren. Zum ersten Mal beteiligten sich neben Abiturienten auch Real- und Gesamtschüler am "Schülerbarometer".

Die Top-Liste der Schüler fällt folglich ziemlich kurios aus: Den Platz ganz oben auf dem Treppchen eroberte die Polizei. Auf Platz 2 schaffte es der Fernsehsender ZDF, knapp vor der Bundeswehr. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen zwei bekannte Industrieunternehmen: Porsche und Deutsche Lufthansa.

Top Five: Jugendliche

1 Polizei
2 ZDF
3 Bundeswehr
4 Porsche AG
5 Deutsche Lufthansa AG
Als mögliche Erklärung führt Manja Ledderhos von Trendence an: "Schüler wählen Unternehmen zu ihren beliebtesten Arbeitgebern, die vermeintlich krisensichere Jobs anbieten." Und da rangiert der träge Sender aus Mainz nach Ansichten der Schüler offenbar auf ähnlichem Niveau wie Streitkräfte und Sicherheitsbehörden.

Auch die befragten Juristen setzen auf Sicherheit und wählten einen staatlichen Arbeitgeber ganz nach oben: Das Auswärtige Amt belegt wie in den Vorjahren den Spitzenplatz, gefolgt von den Großkanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Muller, Clifford Chance und Gleiss Lutz Rechtsanwälte.

Für Juristen gilt offenbar: Groß ist schön, wie Manja Ledderhos erklärt. "Einzeljuristen und kleine Sozietäten mit bis zu fünf Anwälten bilden zwar den Großteil der Kanzleien, machen aber nur einen Marktanteil von 20 Prozent aus." Die befragten Juristen erwarteten durchschnittlich ein Gehalt von 52.100 Euro, sind aber bereit, dafür 54,3 Stunden pro Woche zu arbeiten.

Bei Studenten vorn: die üblichen Verdächtigen

Bei Wirtschaftswissenschaftlern und Ingenieuren fallen die Ranglisten sehr ähnlich aus. Auf den ersten drei Plätze rangieren jeweils die bekannten Großunternehmen BMW, Porsche und Siemens. Die unterschiedliche fachliche Ausbildung macht sich erst auf den folgenden Plätzen bemerkbar: Die Wirtschaftswissenschaftler wählten die Beratungs- und Prüfungsunternehmen Ernst & Young, KPMG und PricewaterhouseCoopers, während die Ingenieure dem Autostandort Deutschland die Treue halten. Bei den Ingenieuren kommen Audi und DaimlerChrysler auf die weiteren Plätze.

Ingenieure sind weitgehend optimistisch, was ihre berufliche Zukunft angeht und erwarten Einstiegsgehälter von rund 40.000 Euro. Wirtschaftswissenschaftler dagegen blicken deutlich besorgter in ihre berufliche Zukunft. Die Studenten und Absolventen rechnen damit, für ein etwas geringeres Gehalt mehr arbeiten zu müssen. Die Absolventen ökonomischer Fächer erwarten ein Einkommen von knapp 41.000 Euro brutto jährlich, die Ingenieure mit 42.000 Euro.

Insgesamt habe sich die Stimmung gegenüber der letzten Befragung verbessert, so die Trendence-Studie. "Über die Hälfte der Befragten macht sich keine Sorgen um die berufliche Zukunft und ist der Meinung, dass es 2006 leicht sein wird, eine Arbeitsstelle zu finden."

jaf



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