1000 Fragen Wie kommt der Sand an den Strand?

Fein oder grob, strahlend weiß oder dunkelgrün: Kinder bohren ihre Schaufeln in den Sand, Bade-Touristen latschen ihn platt und lassen ihren Müll drauf liegen. Meer, Regen, Wind können ihm nicht viel anhaben. Aber wie entsteht so ein Strand überhaupt?


Auf den ersten Blick wirkt der Sand wie eine große weiche Masse - tatsächlich besteht er aber aus lauter klitzekleinen Steinen, die das Meer und die Elemente in Tausenden von Jahren zu feinen Körnern geschliffen hat. "Wellen tragen unentwegt Gestein vom Meeresgrund an die Küste, und das entgegen der Strömung", sagt Klaus Schwarzer, Geologe an der Universität Kiel.

Strand mit Sand (auf Teneriffa): Hart wie Stein, fein wie Salz
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Strand mit Sand (auf Teneriffa): Hart wie Stein, fein wie Salz

Die Länge der Wellen entscheidet, aus welcher Wassertiefe Sand an den Strand gespült wird. Auf den Malediven können sie über 100 Meter lang werden, damit graben sie viel tiefer als kurze Wellen.

Ob der Strand aus grobem oder feinem Sand aufgebaut wird, bestimmt die Neigung am Meeresboden vor der Küste. Dabei gilt: Je geringer die Neigung, desto kleiner die Steinchen. Die Strömung wirft die Steinchen ans Ufer, reibt sie dort noch feiner und kleiner, zu Sandkörner mit einem Durchmesser von 0,063 bis zwei Millimetern.

Von grün bis weiß bis gelb - Strand gibt es in allen Farben

Die Art des Gesteins oder Minerals entscheidet schließlich darüber, welche Farbe der Strand hat: Auf den Malediven hat der Strandgänger bis zur Sandkorngröße zermahlene Reste von Korallen und Muschelschalen unter den Füßen. Die kilometerlangen, weißen Traumstrände bestehen also aus Kalk.

Gelblich ist der Sand auf den Nordseeinseln oder entlang der Ostsee, dort ist es zerkleinertes Quarzgestein auf dem die Strandkörbe stehen. Wenn der Strand auf einmal schwarz ist, handelt es sich um Gestein vulkanischen Ursprungs, zum Beispiel auf den Kanaren. Auf Hawaii gibt es sogar grünen Strand: Der "Green Sand Beach" setzt sich vor allem aus dem Mineral Olivin zusammen, das ebenfalls vulkanischen Ursprungs ist.

Egal, welche Farbe er hat, ein Sandstrand sieht scheinbar immer gleich aus. Tatsächlich verändert er aber permanent sein Gesicht: Wellen brechen über ihm zusammen, Wind, Regen und Sonne setzen ihm zu. "Zum Glück!", sagt Geologe Schwarzer. "Oder gibt es jemanden, der auf dem Sonnenöl-durchtränkten Strand vergangener Jahre liegen möchte?"

sil/ddp



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