Kopierte Abi-Aufgaben Neue Prüfungen für Berlin, Brandenburg und Hamburg

Da wird in Stuttgart ein Tresor geknackt - und Tausende von Schülern bekommen neue Abituraufgaben. Betroffen sind nicht nur Prüflinge in Baden-Württemberg.

Abiturprüfung in sportlichem Rahmen
DPA

Abiturprüfung in sportlichem Rahmen


Der Einbruch in eine Stuttgarter Schule hat weitreichende Konsequenzen. Nicht nur in Baden-Württemberg müssen deshalb kurzfristig Abituraufgaben geändert werden, sondern auch in Hamburg, Berlin und Brandenburg. Das berichtet die Nachrichtenagentur DPA nach Anfragen in den Landesministerien.

Unbekannte hatten vor wenigen Tagen in einem Stuttgarter Gymnasium einen Tresor mit den aktuellen Abituraufgaben aufgebrochen. Zwar wurden keine Aufgabenbögen entwendet, aber da man nicht ausschließen kann, dass die Dokumente abfotografiert wurden, können diese Aufgaben nicht mehr in der Prüfung gestellt werden.

Bereits kurz nach dem Einbruch war klar, dass deshalb in Baden-Württemberg neue Aufgaben in Mathematik aus dem Ersatzpool gestellt werden müssen, der für solche Notfälle existiert. Unklar war aber zunächst noch, welche Länder sich aus dem zentralen Aufgabenpool ebenfalls für die Aufgaben entschieden hatten, die in dem Stuttgarter Tresor lagen.

Höhere Druckkosten in Berlin

Von der Änderung sind allein in Berlin rund 10.000 Schüler in Grund- und Leistungskursen betroffen, in Brandenburg rund 5400. Allerdings geht es dabei nur um Mathematik, nicht um Englisch. In Baden-Württemberg legen in diesem Frühjahr rund 35.000 Schüler an allgemeinbildenden Gymnasien, Kollegs, Abendgymnasien und Waldorfschulen die Abiturprüfungen ab. Wie viele davon nun neue Abituraufgaben bekommen, war zunächst unklar.

Die Behörden aller betroffenen Länder betonen, dass die Prüfungen dennoch wie geplant stattfinden können: Am 28. April ist die Prüfung im Fach Englisch geplant, am 3. Mai in Mathematik. Allerdings hatte man die Prüfungsbögen in Berlin bereits gedruckt, nun ist ein Neudruck nötig.

Für den Umgang mit den Abituraufgaben haben alle Schulen in Baden-Württemberg eine Checkliste mit Sicherheitsvorkehrungen bekommen. So müssen die Aufgaben unter anderem verschlossen an einem gesicherten Ort aufbewahrt werden, zu dem nur die Schulleitung Zugang hat.

Zugestellt werden sie von einem Paketdienst, der die Lieferung vorher exakt ankündigt. Sobald die Sendung bei ihr eingegangen ist, muss die Schule das melden.



insgesamt 5 Beiträge
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Tobbe 13.04.2017
1.
Das ist das gefühlt erste Mal, dass dieser Unsinn mit unterschiedlichen Abiturprüfungen in den Bundesländern einen Vorteil hat. Ansonsten müsste ganz Deutschland die Aufgaben austauschen.
spon-facebook-512598660 13.04.2017
2. Digital
Die Aufgaben sollten besser über eine signierte e-Mail versendet werden und einen zusätzlichen Code bekommen. Den kann man dann telefonsch übermitteln. Drucker wird ja wohl jede Schule haben.
A.Waiter 14.04.2017
3. Hacker
Schon mal was von dieser Personengruppe gehört? Als ob Emails hundert prozentige Sicherheit bieten würden. Da hat der gute alte Umschlag im Schultresor zumindest den Vorteil, dass man sofort sieht, dass das Siegel gebrochen wurde. Bei all dem Schwachsinn der da abläuft (neueste Blüte: der Fachlehrer darf sein Schülern vor Beginn der Prüfung nicht mehr "Alles Gute" wünschen, sondern muss es am Vortag auf die Tafel im Prüfungsraum schreiben) halte ich hier snail Mail für besser als Email.
Siggi_Paschulke 14.04.2017
4. Kenn' ich
In meiner Schule wurde in den neunziger Jahren ebenfalls eingebrochen und die Abituraufgaben entwendet. Dann Zentral- Abitur wurde dann in Meckl.- Vorpommern alles einmal neu gemacht :-) Ob es gezielt war, oder einfach Beifang, konnte nicht herausgefunden werden.
dickebank 14.04.2017
5. läuft genau so
Zitat von spon-facebook-512598660Die Aufgaben sollten besser über eine signierte e-Mail versendet werden und einen zusätzlichen Code bekommen. Den kann man dann telefonsch übermitteln. Drucker wird ja wohl jede Schule haben.
Nur die Aufgaben werden nicht am Morgen der Prüfungen kopiert. Im Regelfall erhält die Schule einen Tag bevor die Arbeiten geschrieben werden die Möglichkeit, die verschlüsselten Dateien downzuloaden. Die Daten müssen dann entschlüsselt werden und es wird ein Exemplar ausgedruckt. Anschließend wird entsprechend der Schülerzahl die benötigte Anzahl an Kopien erstellt. Diese werden bis zum Folgetag im Safe aufbewahrt.
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