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04. Februar 2017, 11:21 Uhr

Abitur

Das raten Lehrer zur Prüfungsvorbereitung

Sollten Abiturienten Wochen oder Monate vor den Prüfungen anfangen zu lernen? Mit Mut zur Lücke oder umfassend? Und können Eltern die Prüflinge unterstützen? Eine Umfrage unter Lehrern gibt Antworten.

Im April schreiben die Schüler der meisten Bundesländer ihre Abiturprüfungen. Wer jetzt noch nicht angefangen hat zu lernen, ist laut einer nicht repräsentativen Umfrage des Stark-Verlags unter 7000 Lehrern bereits zu spät dran. Doch eine kleine Hoffnung auf Erfolg besteht noch - die Lehrerschaft ist in dieser Frage gespalten.

Gut 42 Prozent der Befragten empfehlen, dass die Abiturienten schon zu Beginn des Abschlussjahres mit den Vorbereitungen anfangen sollen. 39 Prozent hingegen raten, ab Januar, Februar wirklich loszulegen, wenn ausreichend Wissen aus dem Schuljahr vorhanden ist. Immerhin knapp zehn Prozent der Lehrer sehen jetzt noch Chancen zum Erfolg: Ihrer Ansicht nach genügt eine Vorbereitung von acht Wochen, damit das Gelernte nicht verloren geht.

Ähnlich gespalten ist die Lehrerschaft bei der Lerndauer: 43,8 Prozent der Befragten halten weniger als fünf Stunden pro Woche für ausreichend, 50 Prozent empfehlen fünf bis sieben Stunden, nur gut sechs Prozent raten zu mehr.

Mehrheit empfiehlt kurzes, aber regelmäßiges Lernen

Dabei gibt es laut Verlag einen Zusammenhang zwischen der empfohlenen Lerndauer und der Berufserfahrung: Je jünger die Lehrer sind, desto höher schätzen sie den Lernaufwand ein. Einig sind sich die Lehrer hingegen, dass sich regelmäßiges, kurzes Lernen auszahlt: Fast 80 Prozent der befragten Lehrer empfehlen täglich, dafür aber in kleineren Einheiten zu lernen.

Eltern sollten sich nach Ansicht der Lehrer aus der Prüfungsvorbereitung ihrer Kinder heraushalten. Die Eltern sollten die Prüflinge motivieren, sich mit fachlicher Unterstützung aber zurückhalten, erklärten rund 80 Prozent der Befragten.

"Eltern sind beim Lernen die falschen Ansprechpartner", sagt auch Ludwig Haag, Professor für Schulpädagogik an der Universität Bayreuth, "denn sie können Fachliches nicht von Emotionen trennen - das kann zu Konflikten führen und bei Schülern noch mehr Druck aufbauen."

Die Lehrer empfehlen laut Umfrage eine Vorbereitung in Lerngruppen. Fast 86 Prozent der Befragten halten es für ideal, wenn sich drei bis vier Schüler zum Lernen zusammenschließen. Haag hingegen setzt auf kleine Teams: "Zu zweit lässt sich am intensivsten lernen - und die Störfaktoren sind minimal."

Mut zur Lücke erhöht Unsicherheit

Generelle Nachhilfe halten die befragten Lehrer dagegen für wenig sinnvoll: Nicht einmal jeder Zehnte plädiert für privaten Zusatzunterricht. Haag sieht darin auch verletzte Berufsehre. "Es ist für Lehrer unangenehm, wenn sie merken, dass Externe in ihrem Bereich tätig werden." Der Schulpädagoge hält Nachhilfe, besonders in Problemfächern, für sinnvoll.

Die Mehrheit der Lehrer (72,4 Prozent) rät laut Umfrage davon ab, Teile des Lernstoffs bewusst auszulassen. Der "Mut zur Lücke" erhöhe die Unsicherheit der Prüflinge. Wer sich gut vorbereitet habe, könne sich auf das Gelernte verlassen und motiviert in die Prüfung gehen. Doch wie bei der Frage nach dem richtigen Zeitpunkt zum Lernen bleibt eine kleine Resthoffnung auf Erfolg.

sun/olb

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