Verstoß gegen Kleiderordnung Schülerin im Smoking muss Abschlussball verlassen
Frau im Smoking (Symbolbild)
Foto: imagoRöcke und Kleider konnte sie nicht leiden. Für Aniya Wolf war deshalb klar, was sie zum Abschlussball ihrer Highschool in Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania anziehen würde: einen Smoking. Doch für die Schulleitung war das ein Verstoß gegen die Kleiderordnung - und ein Grund, sie am Ballabend rauszuwerfen.
"Eine Schulvertreterin nahm mich am Arm und sagte, sie würde die Polizei rufen, wenn ich nicht gehe", sagte Aniya dem lokalen Fernsehsender abc27. "Sie hat mir das Gefühl gegeben, ich sei ein Fehler."
Aniya Wolf hat kurze blonde Haare und androgyne Gesichtszüge, ihr Profilbild auf Facebook ginge auch als das eines Jungen durch. Sie sei schon immer sehr maskulin gewesen, sagt sie, fühle sich aber nicht als Transsexuelle. "Ich will einfach nur keine Mädchensachen tragen."
Sadly, I was not admitted into the Prom . I was forced to leave. The principal threatened she would get the cops. What an experience. Lol they can't take my pride. Catch this story on abc27 @11
Posted by Aniya Wolf on Friday, May 6, 2016
Drei Jahre lang sei ihre Tochter jeden Tag in Hosen zum Unterricht gegangen und nie habe es Beschwerden gegeben, sagte Aniyas Mutter dem TV-Sender. Kurz vor dem Abschlussball sei dann plötzlich eine E-Mail verschickt worden, in der es hieß, alle Schülerinnen müssten Kleider tragen. "Ich habe bei der Schule angerufen und mich beschwert. So etwas in letzter Minute anzukündigen, ist unfair. Wir hatten einen neuen Anzug gekauft. Und meine Tochter sieht toll darin aus."
In einem Statement, das die Schule auf ihrer Facebookseite veröffentlichte, heißt es, die Eltern seien schon drei Monate vor dem Ball über die Kleiderordnung informiert worden und es sei klar gewesen, dass Schüler, die gegen sie verstoßen würden, keinen Einlass bekämen.
"Wir lieben, respektieren und schätzen all unsere Schüler", heißt es in dem Eintrag. "Es sind tolle junge Männer und Frauen. Wir wollen einfach nur, dass sie die Regeln befolgen, die wir erlassen haben."
In den sozialen Medien haben Aniyas Mitschüler zu einer Solidaritätsaktion aufgerufen: An diesem Montag sollen alle Mädchen Hosen tragen. Auf Twitter bedankt sich Aniya für den Aufruf - mit dem Hinweis: "Aber ihr müsst nichts tragen, mit dem ihr euch unwohl fühlt."
Thank you to everyone who had the idea of wearing pants tomorrow, but you do not have to wear anything that you don't feel comfortable in.
— aniya WOLF (@AniyaWolf) May 8, 2016