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Abschlussprüfung in China: Die guten Samariter von Jiangxi

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Abschlussprüfung in China Ein Land im Wahn

Der wichtigste Test im Leben chinesischer Schüler läuft: Rund neun Millionen Jugendliche schreiben Gaokao, die gefürchtete Abschlussprüfung. Nur zwei Jungen bekommen eine Extrawurst.

Jedes Jahr im Juni bangen Schüler und Eltern in China um die Zukunft: Am Wochenende haben 9,4 Millionen Jungen und Mädchen Gaokao geschrieben, die wichtigste Prüfung im Leben chinesischer Schüler. Die mehrtägige Abschlussprüfung entscheidet darüber, ob die Schüler überhaupt eine Universität besuchen dürfen - und wenn ja, welche. In diesem Jahr bekommen zwei Jungen aus der Provinz Jiangxi ihren eigenen Test, berichtet die Nachrichtenagentur Xinhua. Es sei das erste Mal, das die örtlichen Behörden einen separaten Text organisieren. Die Jungen hatten zuvor eine Messerattacke abgewehrt.

Liu und Yi, zwei Schüler aus Yichun im Westen des Landes, hatten Ende Mai in einem Bus einen bewaffneten Mann gestoppt: Er hatte mit einem Messer Fahrgäste attackiert, berichtet "China Daily" . Liu wurde dabei selbst schwer an Kopf und Rücken verletzt, Yi nur an einer Hand. Sie liegen derzeit noch im Krankenhaus und können deswegen den Gaokao nicht mitschreiben.

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Abschlussprüfungen in China: Beten für die Kinder

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Danach wurden die beiden Schüler für ihren Mut gefeiert, die örtliche Regierung belohnte die beiden zudem mit dem Titel "Gute Samariter". In einigen Provinzen bekämen "Gute Samariter" im Gaokao 20 Punkte gut geschrieben, berichtet "China Daily". Vielleicht sind die Jungen darauf aber gar nicht mehr angewiesen: Denn "Radio China International" berichtet , dass einige Unis den beiden direkt einen Studienplatz angeboten haben. Fraglich ist nur, ob sie sich damit zufrieden geben.

Denn in China wollen die Schüler natürlich die begehrten Unis in Peking besuchen oder die Fudan-Universität in Shanghai. Dafür brauchen sie allerdings beste Gaokao-Ergebnisse: In den vergangenen Jahren schafften es nur etwa 0,3 Prozent der Testteilnehmer an die Elite-Unis des Landes.

Jedes Jahr versuchen Eltern und Schüler, die Punktzahl auf verschiedenen Wegen nach oben zu treiben: Eltern beten zu Konfuzius, sie kauften schon Mini-Funkgeräte, mit denen sie ihren Kindern die richtigen Antworten zuflüstern wollten. Wer beim Schummeln allerdings auffliegt, dem drohen mehrere Jahre Haft. Mit Tausenden Kameras versuchen die Aufseher, jeden Betrugsversuch aufzudecken. In der Provinz Hubei war das einigen Schülern offensichtlich zu heikel: Vor zwei Jahren hängte sich eine ganze Klasse vor der Prüfung an den Aminosäure-Tropf. Das Ziel der Schüler: noch besser lernen können.

fln
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