Ätzende Soße Heißer Hintern im Chemieunterricht

Für eine Bremer Schülerin endete die Chemiestunde im Krankenhaus. Die 15-Jährige zog sich Verätzungen am Gesäß zu, weil sich auf ihrem Stuhl Pulverreste befanden. Die Polizei forscht noch: Unfall oder Schülerstreich?


Mit dem Rettungswagen musste die Schülerin in eine Bremer Klinik eingeliefert werden. Am Donnerstagmorgen hatten sich Neuntklässler der Privatschule im Chemieraum eingefunden. Nach Angaben der Polizei hatte die Schülerin sich hingesetzt und "plötzlich eine Hitzeentwicklung am Gesäß bemerkt". Auf ihrem Stuhl wurden Reste eines Pulvers gefunden, bei dem es sich um Natriumhydroxid handeln könnte.

Im Unterrichtsraum war am Vortag mit Natriumhydroxid experimentiert und jedem Tisch ein Reagenzglas mit dem Pulver zugeteilt worden. Bei direktem Kontakt ist die Chemikalie nicht ungefährlich: Sie entfaltet eine starke lokale Ätzwirkung auf Haut und Schleimhäute und kann zu schlecht heilenden Wunden führen; gerät sie in die Augen, droht sogar Erblindungsgefahr.

Laut Polizei gibt es noch keine plausible Erklärung dafür, wie das Pulver auf den Stuhl gelangte. Zurzeit werde geprüft, ob es sich um einen Unfall "oder doch um einen dann sehr 'ätzenden' Schülerstreich gehandelt hat".



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