Affäre mit Schülerin Lehrer bekommt Entschädigung für Stress

Eine australische Behörde sprach einem Pädagogen aus Sydney umgerechnet 17.500 Euro zu: Nach einer Affäre mit einer 15-jährigen Schülerin war er in die Verwaltung versetzt worden. Das Paar betont, es habe keinen Sex gehabt, bevor die Schülerin 16 wurde.


Keuschheitsbuch: Sex erst mit 16

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Jeff Sinclair begann eine Affäre mit seiner Schülerin Nicki Shackle im Jahr 2001. Damals war Nicki 15 Jahre alt. Zwei Jahre später wurde der 51-jährige Lehrer aus dem Klassenzimmer verbannt: Eine Kommission des Erziehungsministeriums des Bundesstaates New South Wales befand, Sinclair habe das Vertrauensverhältnis zwischen Schüler und Lehrer missbraucht. Der Pädagoge erhielt einen neuen Job in der Verwaltung.

Sinclair wollte diese Versetzung nicht hinnehmen und legte bei der "New South Wales Workers Compensation Commission" Widerspruch ein: Ihm seien psychische Verletzungen zugefügt worden, als er ohne Angabe von Gründen aus seiner gewohnten Arbeitsumgebung verbannt wurde. Die Entschädigungskommission gab dem Lehrer recht: Ihm sei kein schweres und willentliches Fehlverhalten nachzuweisen. Sinclair soll nun eine finanzielle Kompensation von 28.000 australischen Dollar (17.550 Euro) erhalten - für den Stress, den er erlitten hat. Sinclair hatte schon kurz nach seiner Entlassung Entschädigungszahlungen bekommen.

Paar lebt inzwischen zusammen

Der Fall erregt in Australien großes Aufsehen, seitdem die Boulevard-Zeitung "The Daily Telegraph" am Montag darüber berichtete.

Die Polizei und Gemeindevertreter hatten die Beziehung über zwei Jahre lang beobachtet und empfohlen, von einer Strafe abzusehen. Das Paar lebt gemeinsam in Sydney. Beide Partner betonen, sie hätten keinen Sex gehabt, bevor Nicki Shackle - inzwischen 19 Jahre alt - das Alter von 16 Jahren erreichte.

Die Regierung von New South Wales kündigte an, sie wolle die Entscheidung anfechten und eventuell dafür Gesetze ändern. Der Ministerpräsident des australischen Bundesstaates, Bob Carr, sagte, Sinclair habe sich den erlittenen Stress selbst zuzuschreiben.



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