Affäre mit Schülerin Strafe für Lehrer war laut BGH rechtens

Ein halbes Jahr lang dauerte die sexuelle Beziehung zwischen einem Lehrer und einer 14-jährigen Realschülerin. Der Mann wurde verurteilt und ging in Revision - nun befand der Bundesgerichtshof: Die Bewährungsstrafe ist angemessen.
Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe: Darf ein Lehrer Sex mit einer Schülerin haben?

Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe: Darf ein Lehrer Sex mit einer Schülerin haben?

Foto: Uli Deck/ dpa

Ein Lehrer darf keine Affäre mit einer Schülerin beginnen - unabhängig davon, ob er sie regulär unterrichtet oder nicht. So befanden die Richter am Bundesgerichtshof und erklärten damit die Verurteilung eines Lehrers für rechtskräftig.

Der Mann hatte mit einer 14-jährigen Schülerin eine sexuelle Beziehung angefangen. Im Tatzeitraum war er Vertretungslehrer in der Realschulklasse des Mädchens. Gleichzeitig bildete er das Mädchen als Schulsanitäterin und DRK-Jugendmitglied aus. Die Schülerin besuchte mehrere Erste-Hilfe-Kurse bei dem Lehrer.

Dem Gericht zufolge litt die damals 14- beziehungsweise 15-Jährige unter familiären Problemen und suchte in schwierigen Situationen Hilfe bei dem Lehrer. Zunächst soll der Mann das Mädchen getröstet und dann geküsst haben, schließlich hatten sie Geschlechtsverkehr. Laut dem Gericht entwickelte sich eine "enge persönliche Beziehung, in deren Verlauf es von Oktober 2010 bis März 2011 in zwölf Fällen zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen kam".

Das Landgericht Bochum erkannte auf sexuellen Missbrauch einer Schutzbefohlenen, der Mann wurde zu einem Jahr und sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt - und ging in Revision. Der BGH entschied nun: Die Verurteilung ist gerechtfertigt. Der Lehrer habe das Mädchen zwar nicht regulär unterrichtet, hieß es. Sie habe jedoch an seiner schulischen Arbeitsgemeinschaft teilgenommen und daher unter seiner Obhut gestanden.

Genau diese Frage ist für die Richter ausschlaggebend: Standen die Beteiligten in einem Obhutsverhältnis zueinander? Hier hatte ein anderer Fall aus Rheinland-Pfalz für Aufregung gesorgt: Im Jahr 2007 hatte ein ehemaliger Hauptschullehrer mehrfach Sex mit einer damals ebenfalls 14-jährigen Schülerin. Der Mann wurde freigesprochen - weil er lediglich der Vertretungslehrer des Mädchens war, habe kein Obhutsverhältnis bestanden, so die Begründung der Richter.

(Aktenzeichen BGH: 4 StR 503/13)

lgr/dpa
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