Analphabetismus-Gefahr Unesco tadelt deutsches Bildungswesen

Die Unesco kritisiert das Fehlen einer geregelten Vorschulbildung in Deutschland. Überdies seien schon jetzt bis zu sieben Millionen deutsche Erwachsene "funktionale Analphabeten". Einem Viertel aller Schüler drohe das gleiche Schicksal.

Der Weltbericht "Bildung für alle" der Uno-Unterorganistion für Erziehung, Wissenschaft und Kultur wurde in Bonn vorgestellt. Laut Unesco besuchen lediglich 53 Prozent der Dreijährigen und 78 Prozent der Vierjährigen in Deutschland einen Kindergarten.

Mehr als zehn Prozent der Schulanfänger seien in keiner vorschulischen Einrichtung gewesen. Das wirke sich besonders negativ für Kinder aus sozial schwachen Familien sowie für ausländisch-stämmige Kinder aus. Doch auch für andere Kinder gilt, dass gerade in diesem Alter wichtige Grundlagen für die Lernmotivation und das lebenslange Lernen geschaffen werden.

Kritik äußert der Bericht auch an der dominierenden Halbtagsschule. Soziale Problemfälle und elterliche Defizite bei der Erziehung könnten die Schulen kaum auffangen. Bemängelt wird aber auch die hohe Zahl von Schülern, die nicht richtig lesen und schreiben können. Ein Viertel der deutschen Schüler zähle in dem Zusammenhang zur "Risikogruppe". Bis zu sieben Millionen Erwachsene in Deutschland seien "funktionale Analphabeten", die kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten.

Mehr lesen über