Anfänger Schüler erpresst Lehrer mit angeblicher Sex-Affäre

Ein Hildesheimer Schüler hat einem Lehrer gedroht, dessen angebliche Affäre publik zu machen. Für sein Schweigen forderte er 1000 Euro. Die Polizei stellte dem Abiturienten eine Falle, er tapste hinein - und auch Handschuhe, Schminke und Karnevalsausrede konnten ihn nicht mehr retten.

Hildesheim - Ein 19-jähriger Hildesheimer ist nach einem Erpressungsversuch zügig von der Polizei überführt worden. Der Schüler hatte versucht, einen Lehrer mit einer angeblichen Sex-Affäre zu erpressen. Er habe in anonymen Briefen 1000 Euro von dem 64 Jahre alten Pädagogen gefordert, erklärte ein Sprecher der Polizei Hildesheim.

In den Briefen habe der Abiturient damit gedroht, angebliche Beweise für eine Affäre des Familienvaters zu veröffentlichen, die er auf dessen Computer gefunden habe. Als Webmaster der Homepage habe der Schüler Schulschlüssel besessen und sei so in einen Raum gekommen, in dem der Lehrer seinen Arbeitsplatz hatte.

Nach Angaben der Polizei informierte der Lehrer den Schulleiter über die Drohbriefe. Der wendete sich an die Polizei, die dem Schüler dann eine Falle stellte: Ihm wurde ein Ort in der Schule genannt, an dem er einen Umschlag mit dem Geld finden werde. Die Geldschein-Kopien waren mit Chemikalien präpariert und verursachten Farbflecken, die tagelang an den Händen haften bleiben.

Wer in Handschuhen eine Klausur schreibt, macht sich verdächtig

Eine Überwachungskamera nahm den Schüler offenbar auf, als der sich den Umschlag nahm - doch er trug eine Kapuze und blieb unerkannt. Trotzdem wird die Zeit danach für den 19-Jährigen wenig entspannt gewesen sein: Die Farbe klebte an seinen Fingern, da half noch so viel Seife nicht.

Ärgerlich, dass kurz darauf eine Vorbereitungsklausur zum Abitur anstand. Doch der Schüler hatte eine Idee. Bei der Klausur kam er nicht umhin, die Finger für alle sichtbar einzusetzen, trotzdem sah man keine Farbe - zumindest nicht an den Händen: Der Schüler zog sich Handschuhe an und schminkte sich das Gesicht weiß. Schließlich war Karnevalszeit. Seine Verkleidung begründete er laut Polizei mit dem Rosenmontag.

Die Maskerade fiel auf, nach der Klausur nahm die Polizei den Schüler fest. Einen der präparierten Scheine hatte er bei sich und gestand die Tat. Gegen ihn wird nun wegen versuchter Erpressung ermittelt, außerdem muss er mit disziplinarischen Maßnahmen der Schule rechnen.

bim/ddp
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