Armut in der Schule "Ich habe mich so geschämt"

Klassenfahrten, Theaterkurse, Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Doch was ist, wenn Familien das nicht aufbringen können? Sieben Betroffene erzählen.
Kindergarten in Hamburg: Wer wie viel hat, ist schon früh wichtig

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Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa

Es gibt Geschichten, die auf den ersten Blick von einem einzelnen Schicksal erzählen - und dann aber doch sehr viele Menschen berühren. Kürzlich machte solch eine Geschichte bundesweit Schlagzeilen: Eine Krankenschwester mit vier Kindern hatte auf Twitter davon berichtet, wie schwer es für sie ist, das Geld für Klassenfahrten und Ferienbetreuung zusammenzukratzen.

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Die 35-Jährige erlebte daraufhin eine riesige Solidaritätswelle. Mehr als 15.000 Euro an Spenden kamen zusammen. Und viele berichteten auf Twitter, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht hätten.

Das Problem ist ein großes: Laut Bundesagentur für Arbeit leben knapp zwei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Hartz-IV-Haushalten, das sind fast 15 Prozent. Mehr als jedes fünfte Kind lebt mit Eltern, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte verdienen.

Wie sich Armut anfühlt, hat dabei auch viel damit zu tun, wie reich die anderen sind - und welche Ausgaben die Gesellschaft Menschen abverlangt, um dazuzugehören.

In der Schule zeigt sich beides besonders deutlich: Klassenfahrten, Theaterkurse, neue Bücher, Ranzen, Stifte - Bildung kostet Geld. Und staatliche Zuschüsse kommen oft nur bei einem kleinen Teil derer an, die sie benötigen.

Hier erzählen sieben Menschen, welche Erfahrung sie mit Armut in der Schule gemacht haben. Manchen fiel es schwer, diese Zeilen aufzuschreiben oder zu erzählen. Manche fanden es erleichternd. Und alle wollten anonym bleiben, weil sie sich dafür schämen.

Video: Kinderarmut in Deutschland - Hungrig in die Schule

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