Attentate in Norwegen Jusos aus aller Welt trauern bei Sommercamp

Die brutalen Anschläge in Norwegen überschatten auch das internationale Treffen von Jungsozialisten in Österreich. Die Zahl der Sicherheitskräfte wurde aufgestockt, Jungsozialisten aus Norwegen sagten ihre Teilnahme ab. Die Eröffnungsfeier am Montag gerät zur Trauerkundgebung.

Zelten mit Polizeischutz: Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Jusos in Österreich
dapd

Zelten mit Polizeischutz: Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für Jusos in Österreich


Der Anschlag auf Teilnehmer eines Sommercamps norwegischer Jungsozialisten am Freitag überschattet zu Wochenbeginn auch den Auftakt zum internationalen Festival der sozialistischen Jugend in Österreich. 2500 Jugendliche aus hundert Ländern werden bei dem internationalen Jugendcamp in Weißenbach am Attersee (Oberösterreich) erwartet.

Nach den Attentaten seien die Sicherheitsvorkehrungen für das mehrtägige Treffen deutlich erhöht worden, sagt Boris Ginner, Sprecher der Sozialistischen Jugend Österreich. Das Innenministerium und die Sicherheitsbehörden seien eingeschaltet worden, das Gelände werde von Polizisten und privaten Sicherheitsdiensten überwacht.

In einem Jugendlager der regierenden norwegischen Arbeiterpartei waren am Freitag 68 Menschen von dem Attentäter Anders Breivik getötet worden. Weitere acht Menschen starben bei einem Bombenanschlag im Regierungsviertel der Hauptstadt Oslo, der ebenfalls Breivik angelastet wird. Ursprünglich sei für das Treffen der Jugendorganisationen in Österreich auch geplant gewesen, dass 115 Jungsozialisten aus Norwegen teilnehmen.

"Viele waren selbst schon auf der Insel"

"Die norwegische Delegation hat aus nachvollziehbaren Gründen abgesagt", sagte Boris Ginner. Die Stimmung vieler Teilnehmer sei sehr gedrückt, die schreckliche Tat überall Thema: "Viele hatten Bekanntschaften in Norwegen, einige waren selbst schon mal auf der Insel."

Am Montagabend soll es statt der Eröffnungsfeier eine Gedenkkundgebung mit Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) für die Opfer des Massakers im Jugendcamp in Norwegen geben. Danach wollen die Teilnehmer im Alter zwischen 15 und 28 Jahren ein Lichtermeer als Solidaritätsbekundung für die Jungsozialen in Norwegen entzünden. Eine Nachricht der von den Anschlägen betroffenen norwegischen sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF soll verlesen werden.

Am Dienstag wird auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel zum Festival kommen. Bei einer Podiumsdiskussion wird er gemeinsam mit Werner Faymann und Håkan Juholt, dem Vorsitzenden der schwedischen Sozialdemokraten, über die Anschläge in Norwegen sprechen.

Nach dem Anschlag auf das Ferienlager der Nachwuchsorganisation der Sozialdemokraten in Norwegen bekunden Jungsozialisten und -sozialdemokraten in vielen Ländern Europas und der Welt ihre Anteilnahme mit Opfern und Angehörigen. Die Jugendorganisation der SPD zeigte sich bestürzt und stellte eine Beileidsbekundung auf ihre Internetseite.

mer/dpa/AFP

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