Berufsausbildung Bundesagentur will Azubis enger begleiten

Zehntausende Jugendliche finden keinen Ausbildungplatz, sie will die Bundesagentur für Arbeit künftig besser unterstützen. Schon bei der Stellensuche will die Behörde ansetzen und sich nicht mehr nur um benachteiligte Azubis kümmern.

Bundesagentur (in Köln): Mehr Hilfe für Azubis geplant
DPA

Bundesagentur (in Köln): Mehr Hilfe für Azubis geplant


Zigtausende Jugendliche warten auf eine Lehrstelle, gleichzeitig werden Zehntausende Ausbildungsplätze nicht besetzt - dass etwas schiefläuft zwischen potenziellen Azubis und Unternehmen in Deutschland ist offenkundig.

Besonders schwer haben es diejenigen, die mit schlechten Bedingungen auf den Arbeitsmarkt treffen. Weil sie sozial benachteiligt sind oder lernschwach. Um ihnen einen besseren Start zu ermöglichen, will die Bundesagentur für Arbeit (BA) diese Jugendliche künftig während ihrer gesamten Lehrzeit begleiten. Sie sollen von einem Jobvermittler oder einem anderen Experten betreut werden.

Einige Jugendliche sollen sogar schon bei der Bewerbung auf eine Lehrstelle Unterstützung erhalten, sagte eine BA-Sprecherin am Freitag in Nürnberg. Eine solche "Assistierte Ausbildung" ist demnach Teil eines Hilfspakets, das der BA-Verwaltungsrat als Empfehlung an die Bundesregierung beschloss. Das Aufsichtsgremium reagierte damit nach eigenen Angaben auf die wachsende Zahl von Schulabgängern, die in den vergangenen beiden Jahren bei der Lehrstellensuche leer ausgingen.

Der BA-Verwaltungsrat fordert außerdem, die sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen auszuweiten. Anders als bisher sollten Nachhilfen oder eine sozialpädagogische Betreuung nicht auf sozial benachteiligte Lehrlinge beschränkt bleiben. "Wir hatten in der Vergangenheit Jugendlichen immer wieder solche Hilfen ablehnen müssen, die zwar Probleme hatten, aber weder lernbehindert noch sozial benachteiligt waren", sagte die Sprecherin. Dies wolle man nun ändern.

lgr/dpa



insgesamt 12 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
freespeech1 18.07.2014
1.
Gute Idee. Insbesondere Azubis in Kleinbetrieben würden davon profitieren. Was da abläuft ist manchmal so bedenklich, dass eigentlich klar ist, die Azubis haben keine Chance. Andererseits würden auch Kleinbetriebe in die Lage versetzt, überhaupt qualifiziert auszubilden.
Eros1981 18.07.2014
2. Wie soll diese Betreuung aussehen?
Ich bin da immer sehr skeptisch, wenn die Leute vom Jobcenter "enger" mit einem zusammenarbeiten wollen. Mehr als heiße Luft und Drohungen, dass man sanktioniert wird, wenn man nicht spurt, kommt da doch meist nicht bei raus. Habe ich während meiner Arbeitslosigkeit selbst so erlebt. Daher halte ich eine "engere" Zusammenarbeit mit den Jobcentern nicht gerade förderlich für eine gute Entwicklung benachteiligter Jugendliche.
freespeech1 18.07.2014
3.
Zitat von Eros1981Ich bin da immer sehr skeptisch, wenn die Leute vom Jobcenter "enger" mit einem zusammenarbeiten wollen. Mehr als heiße Luft und Drohungen, dass man sanktioniert wird, wenn man nicht spurt, kommt da doch meist nicht bei raus. Habe ich während meiner Arbeitslosigkeit selbst so erlebt. Daher halte ich eine "engere" Zusammenarbeit mit den Jobcentern nicht gerade förderlich für eine gute Entwicklung benachteiligter Jugendliche.
Das Angebot kostenloser Nachhilfe hat schon vielen Azubis die Prüfung gerettet. Aber natürlich nicht allen. In jedem Fall unter dem Strich gut angelegtes Geld. Die Kurse werden übrigens nicht durch die ARGE durchgeführt, sondern nur finanziert.
el_grande_reader 18.07.2014
4. Kleiner Nachhilfekurs:
Die Bundesagentur für Arbeit ist nicht die Arge oder das Jobcenter. Da sind alles eigene Einrichtung mit der deutschlandtypischen Muffelei in Sachen Kommunikation- deswegen kriegen die auch nichts gebacken, war schon ein Problem als das ganze noch Arbeitsamt hieß. Letzteres war in Sachen Arbeitsvermittlung sogar eine so große Lachnummer, dass man lieber den Image-relaunche vollzog und das Hauptgeschäft- Ja, Arbeitsvermittlung, man glaubt es kaum - auslagerte. Ohne natürlich die Kommunikation zu verbessern, dann müsste man ja tatsächlich mal Nägel mit Köpfen machen. Tja, und dieses ehemalige Arbeitsamt, dass sich nun auf die Verwaltung von Arbeitsgeld-I-Empfängern beschränkt, alles andere noch unfähigeren Einrichtungen überlässt, und damit der BRD eines der weltweit teuersten und untauglichsten Bildungsnachbesserungssysteme überhaupt aufgeschwatzt hat, dieses will nun den Abiturienten und Realschulabsolventen in den letzten Schuljahren beibringen, wie man sich bewirbt und woran man erkennt, welche Ausbildung überhaupt für einen in Frage kommt. Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Wenn man denn überhaupt den Weg zur Schule findet und über den Verwaltungsaufwand hinaus noch irgendetwas passiert.
hotgorn 18.07.2014
5.
Zitat von freespeech1Das Angebot kostenloser Nachhilfe hat schon vielen Azubis die Prüfung gerettet. Aber natürlich nicht allen. In jedem Fall unter dem Strich gut angelegtes Geld. Die Kurse werden übrigens nicht durch die ARGE durchgeführt, sondern nur finanziert.
Wenn man als Jugendlicher an Krankheit oder Lernbehinderung leidet ist Nachhilfe Zeitverschwendung! Erst Terapieren dann Ausbilden aber diese simple Grundregen checken weder Sie noch die Amtsagentur.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.