Schülermeinungen zu Handwerksberufen Zu dreckig, zu schwer, zu laut

Danke, das ist nichts für mich: Die Mehrzahl der Schüler in Deutschland will auf keinen Fall eine handwerkliche Berufsausbildung machen. Das ergab eine neue Studie.
Die Mehrheit der Schüler will lieber nicht Handwerker werden

Die Mehrheit der Schüler will lieber nicht Handwerker werden

Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture alliance / dpa

Handwerksbetriebe beklagen zu Beginn des Ausbildungsjahres gerne ihre Nachwuchssorgen - und tatsächlich scheint eine Lehre in dem Bereich nicht sehr beliebt: Sechs von zehn Schülern (59,2 Prozent) schließen eine Ausbildung im Handwerk für sich aus. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Mafo hervor.

Als Nachteile nennen die Schüler schwere körperliche Arbeit (72,3 Prozent), Schmutz und Lärm bei der Arbeit (55,2 Prozent) sowie mangelnde gesellschaftliche Anerkennung (43,7 Prozent). Insgesamt wurden 520 Schüler befragt, Auftraggeber der Studie ist die Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft. In der Beurteilung der Nachteile des Handwerksberufs unterscheiden sich junge Frauen und Männer kaum. Insbesondere Gymnasiasten verweisen neben der geringen gesellschaftlichen Anerkennung auch auf das niedrige Gehalt und die fehlenden Aufstiegschancen.

Befragt, wie man dieses schlechte Image verbessern könne, sprachen sich 60 Prozent der Unternehmen dafür aus, mehr Einblicke in den Beruf zu geben - was auch von den Schülern unterstützt wird. Uneinigkeit herrscht jedoch bei der Social-Media-Nutzung: 39 Prozent der Schüler finden, der Social Media-Auftritt zur Azubi-Rekrutierung sollte verstärkt werden. Das sieht allerdings nur ein Viertel der Unternehmen so.

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him/dpa