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02. September 2015, 15:06 Uhr

Ausbildungsmarkt

Hier sind noch Lehrstellen frei

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Alle wollen Tierpfleger werden, keiner Klempner: Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen, und 100.000 Jugendliche sind noch auf der Suche nach einer Lehrstelle. Unsere Karte zeigt, wo sie die besten Chancen haben.

Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen, doch viele Schulabgänger haben noch keine Stelle gefunden. Das muss kein Grund zur Panik sein: Viele Betriebe schließen das ganze Jahr über neue Ausbildungsverträge ab, versichert die Bundesagentur für Arbeit (BA). Am Mittwoch veröffentlichte die Behörde neue Zahlen, die zeigen, in welchen Städten und Kreisen noch Ausbildungsplätze frei waren.

Insgesamt 123.100 Lehrstellen sind deutschlandweit bislang unbesetzt. Das ist fast ein Viertel der Ausbildungsplätze, die bei der BA gemeldet sind. Die Karte unten zeigt, in welchen Gegenden noch Lehrlinge gesucht werden. Tatsächlich sind sogar noch mehr Plätze frei als diese Grafik zeigt. Denn nicht alle Firmen melden ihr Lehrstellenangebot der BA. Eine Auswahl an Ausbildungsplätzen, die noch nicht vergeben sind, gibt es außerdem in der Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern.

Noch auf der Suche waren im August bundesweit 102.000 junge Menschen. Das sind die wichtigsten Tendenzen im Ausbildungsmarkt:

Die Lehrstellen-Schieflage entsteht, weil die Ausbildungsplätze ungleich verteilt sind. In Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg sind deutlich mehr Stellen als Bewerber gemeldet. In Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen fehlen Plätze, um jedem gemeldeten Bewerber eine betriebliche Ausbildung anbieten zu können.

Außerdem sind einige Berufe deutlich beliebter als andere. Gut ein Drittel der Jugendlichen entscheidet sich für einen der zehn gefragtesten Berufe, hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung herausgefunden.

Gastronomie-Berufe haben zum Beispiel einen eher schlechten Ruf. "Bei Köchen und Restaurantfachleuten haben wir ein richtig großes Problem", sagt die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Ingrid Hartges. Ungemütliche Arbeitszeiten und ein geringer Lohn schrecken viele junge Menschen ab.

Auch Bäckerlehrlinge, angehende Metzger, Kraftfahrer und Klempner sind schwer zu finden. Sehr gefragt sind hingegen Ausbildungen zum Fotografen, Kosmetiker, Tierpfleger und zum Mediengestalter oder zum Mediengestalter Bild und Ton.

Klicken Sie auf die einzelnen Branchen in der Übersicht, um zu sehen, wo in Deutschland es freie Lehrstellen gibt.

mit Material von dpa

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