Austausch-Log Italien Rouladen für alle!

Unmöglich, jetzt schon? Austauschschülerin Elisa Kaun, 16, kann es nicht fassen: Nur drei Wochen, dann ist ihr Italien-Abenteuer tatsächlich vorbei. Aber zuvor lernt sie noch fesche Italiener kennen und kocht klassisch deutsche Kost für "la familgia".


Die Zeit vergeht nicht einfach so, nein, sie fliegt davon. Wenn ich daran denke, dass ich in drei Wochen schon wieder aufbrechen muss, wird mir schwindelig. Noch 21 Tage und dann soll mein Austausch tatsächlich schon wieder vorbei sein? Unmöglich! Ich bin doch gerade erst angekommen.

Austauschschülerin Elisa Kaun (links): "Wir haben irre Spaß"

Austauschschülerin Elisa Kaun (links): "Wir haben irre Spaß"

Im Moment bin ich total glücklich. Das Land, Turin, meine Gastfamilie – es könnte nicht besser laufen.

Vergangene Woche war ich für fünf Tage mit meiner großen Gastschwester in Puglia. Es war unbeschreiblich schön. Jemand, der noch nicht dort war, kann den Zauber dieser Gegend nur schwer nachvollziehen. Das Meer tiefblau, der Strand weiß und weich, der Himmel wolkenlos – ich weiß, das klingt wie aus einem kitschigen Film oder einer schlechten Werbebroschüre, aber so war es. Das Meer war so flach, man konnte 50 Meter weit laufen, und das Wasser reichte dennoch nur bis zu den Knien.

Mir ist die Mentalität der Menschen im Süden auch sympathischer als im Norden. Die Leute sind aufgeschlossener und man kommt viel schneller mit ihnen ins Gespräch.

Meine Gastschwester und ich sind abends essen gegangen. Wir wussten nicht wohin, also haben wir zwei Rentner gefragt, die mitten auf der Straße auf alten, schäbigen Plastikstühlen saßen.

Sie haben uns sofort geholfen und uns den Ort gezeigt. Danach sind wir in das Lieblingsrestaurant der beiden gegangen. Abgefahren, oder? Das Essen war richtig lecker – und wir haben auf Anhieb einen jungen Kellner kennengelernt. Der Kellner hat uns dann gefragt, ob wir nicht noch mit ausgehen wollen. Haben wir gemacht, klar – und es hat sich auch gelohnt. Wir sind mit ein paar Italienern durch die Straßen gezogen und haben am Strand Boccia gespielt.

Aber ich muss mit meiner Gastschwester nicht in den Urlaub fahren: Auch wenn wir in Turin sind, sind wir ständig auf Achse. Wir gehen bis in die Morgenstunden aus und haben irre Spaß.

Letzte Woche habe ich für meine Gastfamilie gekocht, deutsche Küche, versteht sich. Ich glaube, sie waren ehrlich begeistert. Als Vorspeise gab es Kartoffelsuppe mit Würstchen und danach Rouladen mit Bohnen und Kartoffeln. Als Nachspeise habe ich dann noch Zupfkuchen und Birnenkompott gemacht. Zwei Tage stand ich in der Küche, aber das hat sich gelohnt. Meine Gasteltern hätten wohl nicht geahnt, dass deutsches Essen so lecker sein kann!



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