Baden-Württemberg Nur 45 Prozent der Lehrer arbeiten in Vollzeit

Der Wunsch vieler Lehrkräfte nach Teilzeitarbeit stellt die Schulen vor organisatorische Probleme. Baden-Württembergs Kultusministerin will nun gegensteuern.
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Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will die hohe Teilzeitquote bei Lehrerinnen und Lehrern eindämmen. "Hält der Trend an, dann brauchen wir immer mehr Lehrkräfte, um überhaupt die Pflichtversorgung zu gewährleisten", warnt Eisenmann. Außerdem werde es für Schulleitungen schwieriger, Unterricht zu planen und zu gestalten.

"Der gesetzliche Anspruch auf Teilzeit - zum Beispiel, um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen - steht nicht infrage", so Eisenmann. Jedoch könnten Schulverwaltungen nicht jedem individuellen Wunsch entsprechen, die Arbeitszeit zu reduzieren. "Unterricht lebt davon, dass der Lehrer präsent ist", sagt Eisenmann. Dieser Grundsatz sei Teil der Berufswahl.

Nach neuesten Zahlen des Statistischen Landesamts in Stuttgart arbeitet im laufenden Schuljahr nicht einmal die Hälfte der Lehrkräfte an den öffentlichen Schulen Baden-Württembergs in Vollzeit. Der Anteil ist im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 45 Prozent gesunken.

Besonders hoch ist der Teilzeitanteil an Grund-, Werkreal- und Hauptschulen. An Real- und an Gemeinschaftsschulen überwiegen die Vollzeit-Lehrkräfte hingegen deutlich.

Im Südwesten herrschte zuletzt Lehrermangel, insbesondere an Grundschulen. Die Bedarfsprognosen gingen lange von sinkenden Schülerzahlen aus, doch der Rückgang trat nicht ein. Gleichzeitig gingen viele Lehrkräfte in den Ruhestand.