Landwirtschaft, Klimaschutz, Ernährung Neues Schulfach "Alltagswissen" in Bayern geplant

Bayern plant ein neues Schulfach: Darin soll es um praktisches Alltagswissen gehen. Über die Inhalte wird noch diskutiert - Schüler und Lehrer sind trotzdem schon skeptisch.

Wer ist verantwortlich dafür, dass Kinder und Jugendliche auch abseits von Mathematik, Deutsch und Geschichte gut auf das Leben vorbereitet werden? Das Elternhaus oder doch die Schule? Ministerpräsident Markus Söder findet, in Bayern solle dies die Schule erledigen. Die Staatsregierung plant daher das neue Schulfach "Alltagskompetenz und Lebensökonomie". Es soll Wertschätzung und Wissen über die heimische Natur und Landwirtschaft, Klimaschutz oder gesundes Essen vermitteln.

Der Landesschülerrat als Vertretung der 1,6 Millionen Schülerinnen und Schüler in Bayern begrüßt in einem Positionspapier  zwar, dass sich die Staatsregierung mit dem Thema beschäftigt und Handlungsbedarf sieht. Die Schülervertreter lehnen aber eine "überhastete Einführung eines neuen Schulfachs ohne Rücksprache mit den Betroffenen" ab und schlagen eine "variabel einsetzbare Stunde wöchentlich" vor.

Auch die Direktoren der bayerischen Gymnasien hatten sich zuvor skeptisch geäußert. Der Landesvorsitzende Walter Baier sagte der dpa, er halte die Überlegung für "höchstbedenklich". Offenbar wolle man erneut einen Erziehungsauftrag vom Elternhaus auf die Schule übertragen.

"Derzeit in der Planungsphase"

"Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Schule allein all die Zukunftsaufgaben einschließlich Digitalisierung, politische Bildung und nicht zuletzt die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf eine sich rasant ändernde Lebens- und Arbeitswelt leisten kann und muss", schrieb Baier.

Das geplante neue Schulfach ist Teil des Gesetzespakets für mehr Umwelt-, Natur- und Artenschutz in Bayern. Darin sind 50 Empfehlungen des runden Tisches aufgegriffen worden, den Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" einberufen hatte.

Einzelheiten zur möglichen Ausgestaltung des Fachs könne Günther Schuster, Sprecher des Bayerischen Kultusministeriums, derzeit nicht nennen. "Wir sind in der Planungs- und Konzeptionsphase", wird er auf dem Onlineportal der "Nürnberger Nachrichten"  zitiert.

Und jetzt sind Sie dran

"Alltagskompetenz und Lebensökonomie" soll das neue Schulfach in Bayern heißen. Was sollte in diesen Stunden unterrichtet werden? S-Bahn-Fahren, Flicken von Fahrradreifen, Abschließen einer Haftpflichtversicherung? Schicken Sie uns Ihre Vorschläge per Mail an spon_karrierespiegel_upload@spiegel.de .

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ngo/dpa
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