Reaktion auf verhauene Prüfung "Wir sind stolz auf dich"

Ben Twist, elf Jahre alt und Autist, hat in einem Jahrgangstest seiner Schule schlecht abgeschnitten. Dass er trotzdem immer gerne daran denken wird, verdankt er seiner Lehrerin.

Ben Twist, elf Jahre
Gail Twist

Ben Twist, elf Jahre


Post von der Lehrerin - das verheißt für einen Schüler oft nichts Gutes. Doch der Brief, den Gail Twist von der Schule ihres Sohns Ben bekam, ist so rührend, dass sie in Tränen ausbrach. Vor lauter Freude hat die Engländerin das Schreiben auf ihrem Twitter-Account veröffentlicht.

Der Anlass war eigentlich gar nicht so schön: Ben, elf Jahre alt und Autist, hat im SAT - einem standardisierten Jahrgangstest an englischen Schulen - nicht gut abgeschnitten. Dabei hatte er sich sehr angestrengt.

Wohl deshalb hat sich Lehrerin Ruth Clarkson die Mühe gemacht, diesen Brief zu schreiben. Sie unterrichtet Ben an der Lansbury Bridge School in St Helens im englischen Nordwesten nahe Liverpool und schreibt, welche Fortschritte Ben gemacht hat und gratuliert ihm zu seiner Einstellung. Offenbar ist es keine Selbstverständlichkeit für den autistischen Jungen, so gut in der Schule voranzukommen.

Vor allem aber betont sie in dem Brief: "Diese Tests messen nur einen kleinen Ausschnitt deiner Persönlichkeit - Ben Twist besteht aus so vielen anderen Fähigkeiten und Talenten."

Daran schließt sie eine lange Liste von Dingen an, die sie an Ben besonders schätzt, die im SAT aber nicht abgefragt werden: "dein künstlerisches Talent, deine Teamfähigkeit, deine wachsende Eigenständigkeit, die Fähigkeit, deine Meinung auszudrücken, deine Sportlichkeit, deine Freundschaftlichkeit, deine Selbstreflexion, dein Gestaltungstalent, deine Musikalität." Ihren Brief schließt die Lehrerin mit den Worten: "Gut gemacht, Ben, wir sind stolz auf dich."

Mutter Gail Twist ist begeistert - und Ben offenbar auch. Sie berichtet, er habe kaum glauben können, dass jemand all diese schönen Dinge über ihn gesagt hat. Auch auf Twitter begeisterte der Brief die Nutzer: Sie loben die Haltung der Schule und der Lehrerin in den höchsten Tönen.

mamk

insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
rjb26 18.07.2016
1. in diesem fall
Ei fach nur prima. dass man allerdings offenbar Herrn Draghi auf vergleichbare Art in den Job gehievt hat ist dann schon wieder bedenklich
onarpac 18.07.2016
2. Toll
Es gibt also doch noch fähige Pädagogen. Auch in D.
schockojunkie 18.07.2016
3. Spitzen Lehrerin
Solche Pädagogen sollte es viele mehr geben. Well done mrs. Jane :-) So funktioniert Inklusion
yolo88 18.07.2016
4. Bräuchten wir häufiger ...
... solche ausgesprochenen Einsichten der Lehrer. Und da meiner Meinung nach Gesagtes für Tests, Arbeiten und Klausuren AN SICH gilt, gleich wer sie schreibt, sollte man vielleicht die Bedeutung, die Tests, Arbeiten und Klausuren in unserem Bildungssystem spielen, überhaupt hinterfragen. Aber schön, dass Ben den Brief erhalten hat.
zick-zack 18.07.2016
5. Toll
Das ist worklich toll, aber dafür "kann er sich nichts kaufen". Und die Lehrerin hat ihr Gewissen beruhigt. Also was SS oll das Ganze? Dann sollte man den Jungen nach den Dingen beurteilen, die er kann. Und ihn keinen Test schreiben lassen, den er nicht kann. Aber so was steht grad nicht im Lehrplan...
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