Urteil Lehrer darf Handy übers Wochenende einkassieren

Darf ein Lehrer seinem Schüler das Mobiltelefon mehrere Tage lang wegnehmen? Das Verwaltungsgericht in Berlin sieht darin keine Verletzung der Grundrechte und weist eine Klage zurück.
Kind mit Smartphone

Kind mit Smartphone

Foto: Ole Spata/ picture alliance / dpa

Ein Schüler einer neunten Klasse stört an einem Freitag den Unterricht massiv, der Lehrer zieht deshalb das Handy des Jungen ein. Erst am darauffolgenden Montag dürfen die Eltern das Mobiltelefon wieder abholen.

Der Junge und seine Eltern sind empört und klagen. Der Schüler sei in seiner Ehre verletzt und gedemütigt worden. Außerdem habe der Lehrer unzulässig in die Erziehung der Eltern eingegriffen, so die Begründung. Die Kläger wollen festgestellt wissen, dass das Verhalten des Lehrers rechtswidrig war.

Der Fall landete vor dem Verwaltungsgericht in Berlin. Die Richter wiesen die Klage nun als unzulässig zurück. Die Begründung: Der Junge hat die Schule inzwischen verlassen. Es bestehe deshalb keine Wiederholungsgefahr und damit auch kein Interesse an einer Feststellung zur Rechtswidrigkeit.

Ergänzend merkten die Berliner Richter aber an, dass die Wegnahme des Mobiltelefons über das Wochenende "kein schwerwiegender Grundrechtseingriff" sei. Dass der Schüler nach eigenen Angaben "plötzlich unerreichbar" war, sei "keine unzumutbare Beeinträchtigung seiner Grundrechte". Auch ein unzulässiger Eingriff in das elterliche Erziehungsrecht liege nicht vor.

koe/AFP
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