Berliner Grundschule Schulleiter von Jugendlichen verprügelt

Erneut haben Teenager in Berlin einen Lehrer brutal zusammengeschlagen. Im Stadtteil Neukölln misshandelten sechs Jugendliche den Direktor einer Grundschule, nachdem er sie zur Ordnung gerufen hatte.


Am Donnerstagabend wurde der Leiter einer Grundschule in Berlin-Neukölln von einem 15-Jährigen und einem 17-Jährigen brutal zusammengeschlagen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Der 53-jährige Schulleiter hatte sich wegen eines Elternabends noch in dem Gebäude im Viertel Britz aufgehalten und eine Gruppe von sechs Jungen im Alter von 13 bis 17 Jahren bemerkt, die auf dem Schulgelände lärmte. Da es an der Schule mehrfach zu Sachbeschädigungen gekommen war, bat er die Jugendlichen, sich zu entfernen.

Daraufhin beleidigte ihn der 15-Jährige grob. Als der Direktor den Jugendlichen am Arm festhielt, trat ihm ein 17-Jähriger mit Anlauf in den Rücken, so dass er hinstürzte. Der 15-Jährige trat dann noch auf den am Boden Liegenden ein. Der 53-Jährige trug Hautabschürfungen davon. Das Sextett wurde festgenommen und nach der Vernehmung auf der Polizeiwache den Eltern übergeben. Gegen die beiden Täter wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung ermittelt.

Erst am Montag vor einer Woche hatte ein zwölfjähriger Schüler eine 62 Jahre alte Lehrerin durch einen Faustschlag ins Gesicht schwer verletzt. Der Vorfall hatte in Berlin eine heftige Debatte über den Umgang mit Jugendgewalt und über eine Herabsetzung des Strafmündigkeits-Alters ausgelöst.

Die 62-Jährige hatte eine Schlägerei auf dem Schulhof des Robert-Koch-Gymnasiums schlichten wollte. Das zuständige Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg prüft nun, ob der Jugendliche in ein Jugendheim geschickt werden muss. Einstweilen hat das Amt mit seiner Familie eine "intensivierte Familienhilfe" vereinbart. Bildungssenator Klaus Böger (SPD) will den gewalttätigen Schüler in ein Heim einweisen lassen.

cpa/dpa



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