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Bivsi Rana zurück in Deutschland: "De facto ein deutsches Kind"

Foto: Marius Becker/ dpa

Abgeschobene Schülerin Bivsi und ihre Familie sind wieder in Deutschland

Vor zwei Monaten wurde sie nach Nepal abgeschoben - jetzt ist Bivsi Rana dank eines Schüleraustausch-Visums wieder in ihrer deutschen Heimat. In Düsseldorf wurden die 15-Jährige und ihre Familie emotional empfangen.

Es war ein tränenreicher Empfang: Mitschüler, Eltern und Unterstützer haben Bivsi Rana und ihre Familie am Mittwochmorgen am Düsseldorfer Flughafen begrüßt. Die in Deutschland geborene 15-Jährige war mit ihrer Familie vor zwei Monaten nach Nepal abgeschoben worden - in das Heimatland ihrer Eltern.

Die Abschiebung war rechtmäßig, da der Asylantrag gescheitert war. Dennoch gab es vor allem unter Mitschülern und Asylrechtsaktivisten eine große Empörung: Bivsis Familie lebte seit Jahren in Deutschland und galt als gut integriert. Für Aufregung hatte zudem gesorgt, dass Mitarbeiter der Stadt Duisburg das Mädchen für die Abschiebung direkt aus dem Schulunterricht geholt hatten.

Daraufhin hatten Mitschüler demonstriert, sich für die Rückkehr der Familie nach Deutschland eingesetzt und im Internet Unterschriften gesammelt. Zudem ging eine Petition an den Landtag.

Nach Angaben der Stadt kehren Bivsi und ihre Familie nun mit einem Schüleraustausch-Visum nach Duisburg zurück. Im Anschluss könne die junge Frau demnach für ein Studium oder eine Ausbildung in Deutschland einen Folgeantrag stellen, teilte das nordrhein-westfälische Integrationsministerium mit.

"Es handelt sich hier um einen Einzelfall, der keinesfalls verallgemeinert werden kann", sagte Landesintegrationsminister Joachim Stamp (FDP). "Das Recht des Kindes hat bei der Entscheidung im Vordergrund gestanden. Bivsi ist in Deutschland geboren und aufgewachsen - sie ist de facto ein deutsches Kind."

Aus dem Unterricht zur Abschiebung - ist das erlaubt?
Foto: NEWS5

Ein junger Afghane wird aus dem Klassenzimmer seiner Berufsschule geholt, um abgeschoben zu werden, seine Mitschüler protestieren - solche Szenen gibt es in Deutschland immer wieder. Müssen Lehrer mit der Polizei kooperieren? 

lgr/dpa
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