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Mensch Otto: "Wer will schon immer ernst sein?"

Foto: Warner Bros.

Blödelkönig Otto Waalkes "Ich kann nur holladihiti, höhöhö, pups"

Ernste Fragen an Otto Waalkes? Versucht haben es Meret, 13, und Cornelius, 11. Am Donnerstag kommt "Otto's Eleven" in die Kinos. Die Kinderreporter des Magazins "Dein SPIEGEL" sprachen mit dem Komiker übers Älterswerden, über Arbeit in der Gag-Fabrik und die Angst, dass sein neuer Film ein Flop wird.

Dein SPIEGEL: Otto, wir können uns gar nicht vorstellen, wie du bist, wenn du mal wütend wirst. Bist du eigentlich nie sauer?

Otto: Ich bekomme wirklich selten schlechte Laune, eigentlich nur, wenn ich Grippe habe, Kopfschmerzen oder wenn kein Toilettenpapier mehr da ist.

Dein SPIEGEL: Und wenn wir zum Beispiel Otto umsonst auf YouTube gucken, statt uns die DVD zu kaufen?

Otto: Nein, auch dann nicht: Die Filme setze ich selbst da rein. Wenn viele Leute Otto sehen wollen, ist das doch eine Ehre. Und außerdem kostenlose Werbung für mich.

Dein SPIEGEL: Du bist jetzt 62 Jahre alt und könntest unser Opa sein. Fühlst du dich manchmal alt?

Otto: Ständig, seit meiner Geburt fühle ich mich alt. Im Moment geht es mir dafür noch ganz gut: Ich mache viel Sport, spiele Tennis, laufe, renne, hüpfe, tanze. Außerdem kann ich Schlittschuh fahren und rollerbladen. Und Fußball spielen. Richtig alt fühle ich mich also nicht - nur, wenn mich jemand darauf aufmerksam macht. Vielen Dank.

Dein SPIEGEL: Mochten dich die Lehrer früher?

Otto: Ich war kein Lehrerliebling, ganz im Gegenteil. Einmal haben mich meine Mitschüler in den Schrank gesperrt. Als der Lehrer kam, sagte er nur: "Der bleibt da drin." Er hat den Schrank tatsächlich abgeschlossen. Ich habe Platzangst bekommen und gegen die Tür gehauen, bumm, bumm, bumm. Und was macht der Lehrer? Er ließ den Schrank aus dem Zimmer räumen. Also saß ich im Flur und war eingesperrt. So was passiert mir jetzt zum Glück nicht mehr!

Dein SPIEGEL: Du wolltest ja sogar selbst mal Lehrer werden.

Otto: Ja, aber das war eigentlich nur, damit meine Eltern sagen können: Unser Sohn studiert. Sie sollten stolz auf mich sein. Und ich wusste schon während des Studiums, dass ich das nie beenden würde.

Dein SPIEGEL: Gab es schon mal ein Ereignis in deinem Leben, nach dem du keine Witze mehr machen wolltest?

Otto: Natürlich. Wenn die Eltern sterben oder wenn sich die Frau von einem trennt. Es gibt Gelegenheiten genug, um traurig zu sein. Seuchen wie die Cholera in Haiti brechen aus. Menschen in armen Ländern verhungern. Eigentlich könnte man den ganzen Tag traurig sein, von morgens bis abends. Aber wer will schon immer ernst sein?

Dein SPIEGEL: Denkst du dir für die Shows alles selbst aus?

Otto: Ich habe ein paar Freunde, mit denen ich seit 30 Jahren zusammenarbeite. Wir setzen uns irgendwohin, wo es ruhig ist und die Sonne scheint. Jeder gibt seine Ideen dazu. Ich bin für komische Gags und Plumpsfallera zuständig.

Dein SPIEGEL: Ist so auch dein neuer Film "Otto's Eleven" entstanden?

Otto: Ja. Die Vorbereitungen dauerten etwa ein Jahr. Wir haben eine Insel im Studio nachgebaut. Dort kann man es regnen und die Sonne scheinen lassen, so viel man will. Und das Wasser um die Insel herum wurde nachträglich am Computer eingefügt. Das alles hat ein paar Millionen Euro gekostet.

Dein SPIEGEL: Hast du jetzt Angst, dass der Film nicht genug Geld einspielt?

Otto: Sicher, das weiß man ja vorher nie. Ich bin immer total enttäuscht, wenn ich eine negative Kritik bekomme, und freue mich, wenn jemand die Arbeit gut fand.

Dein SPIEGEL: Was würdest du Kindern raten, die gern witzig wären, es aber nicht sind?

Otto: Fröhlich bleiben! Nicht alles so ernst nehmen! Dann lernt ihr auch die komische Seite des Lebens kennen. Stress in der Schule geht vorbei. Wer dort nicht gut ist, der hat andere Talente. Ich zum Beispiel kann keinen Nagel in die Wand schlagen. Ich kann nur holladihiti, höhöhö, pups. Das genügt mir völlig.

Das Otto-Interview ist ein gekürzter Text aus "Dein SPIEGEL - einfach mehr wissen", dem Nachrichtenmagazin für neugierige Kinder. Das komplette Interview steht in der Dezemberausgabe. "Dein SPIEGEL" berichtet über Politik und Kultur, über Themen aus Natur und Technik, über Sport und Spannendes aus aller Welt - immer unterhaltsam für junge Leser erzählt und erklärt. Das Inhaltsverzeichnisgibt es hier , bekommen kann man das Heft im SPIEGEL-Shop - und überall im Zeitschriftenhandel.

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