15.000-Euro-Preis für Chemielehrer Und Engagement lohnt sich doch

Welches Geschlecht hat diese DNA? Welcher Fisch steckt in Fischstäbchen? Florian Schaller beantwortet in seinem Chemieunterricht praktische Fragen. Und wurde dafür zum MINT-Lehrer des Jahres gekürt.

Preisträger Florian Schaller (li.) und Preisstifter Klaus von Klitzing
EWE

Preisträger Florian Schaller (li.) und Preisstifter Klaus von Klitzing


Florian Schaller, 48, ist der Lehrer des Jahres 2016 für ein naturwissenschaftliches Fach. Der Oberstudienrat mit den Fächern Chemie und Biologie erhielt dafür den Klaus-von-Klitzing-Preis, mit dem seit zwölf Jahren Lehrer der so genannten MINT-Fächer - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - für besonderes Engagement ausgezeichnet werden.

Schaller ist Lehrer an der Schiller-Schule in Bochum - und nicht immer wollte er Lehrer werden. Nach seiner Promotion in Chemie absolvierte er ein Zweitstudium in Spanisch und Philosophie. Erst 2007, mit Ende 30, stieg er in den praktischen Schuldienst ein.

Die Jury lobte ihn unter anderem für seine Einsatzbereitschaft außerhalb des regulären Unterrichts. Für die Schiller-Schule entwickelte er das Schillermobil, ein molekularbiologisches Labor in einem Truck. Dort können Schüler unter echten Laborbedingungen den Fragestellungen aus ihren Facharbeiten nachgehen.

Zum Beispiel befassten sich einige Schüler im Projektjahr 2013 mit der Frage, wie man im Labor Lebensmittelskandale nachweist: "Ist Pferdefleisch im Döner?" Oder sie überprüften anhand von DNA-Analysen, welcher Fisch in Fischstäbchen steckt. So wird deutlich, warum Kollegen wie Schulleitung die praxisnahen Aufgabenstellungen Schallers loben - neben seiner Qualifikation und seinem Teamgeist.

Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wurde vom Stifter Klaus von Klitzing persönlich überreicht. Der Physiker von Klitzing bekam 1985 den Nobelpreis für Physik, weil er fünf Jahre zuvor einen neuen Quanteneffekt entdeckt hatte. Damit hat er die Entwicklung moderner Computerchips wesentlich beeinflusst.

Der Preis für die besten MINT-Lehrer wird von der Universität Oldenburg und der EWE Stiftung verliehen, die zum Oldenburger Energieversorger EWE gehört.

mamk

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insgesamt 14 Beiträge
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fuzzi-42 01.11.2016
1. Da.....
....hat der Guudesde aber Klasse Vorgesetzte! Wenn ich in 35 Jahren Schuldienst etwas vorschlug, wurde das stets abgelehnt oder 20 Jahre später darüber diskutiert, warum den Vorschglag NICHT annehmen könne/wolle. So de-motiviert nämlich Lehrer, die sich einsetzen! Bin froh, dass ich draussen bin!
Mach999 01.11.2016
2.
Herzlichen Glückwunsch! Ich glaube, es hat den Richtigen getroffen, und ich wünsche ihm weiterhin viel Erfolg und vor allem viel Spaß und Motivation. Die Überschrift ist aber irreführend. Engagement hat sich jetzt für einen Lehrer gelohnt (wobei er auch sehr sehr viel Arbeit reingesteckt hat), aber Tausende anderer Lehrer, die sich ebenfalls engagieren, haben keinen Preis bekommen. Die Auszeichnung Einzelner bringt nicht viel, um Tausende von Lehrern zu motivieren. Die Wahrscheinlichkeit, diesen Preis zu bekommen, ist selbst bei denen, die ihn verdient haben, nicht sehr hoch. Und deswegen wirkt er auch nicht auf die Motivation in der Breite. Das ist nun allerdings auch nicht die Aufgabe von Privatpersonen wie Herrn von Klitzing, dessen Engagement man ebenfalls nicht hoch genug einschätzen kann. Das ist Aufgabe des Arbeitgebers, sprich: der Länder, die außerunterrichtliches Engagement auch fördern und belohnen sollten.
seikor 01.11.2016
3. Glückwunsch!
Ansonsten so hier mal gesagt, dass Lehrer ansonsten kaum Anreize bekommen, *nicht* Dienst nach Vorschrift zu schieben. Selbst der allerletzte surfende braungebrannte Lehrer mit Kombination Religion/Sport (sorry, ist nicht persönlich gemeint!) erhält das gleiche Gehalt wie ein sich zu Tode korrigierender Deutsch-Englisch-Lehrer oder ein Mint-Lehrer, der Nachmittage lang irgendwelche Experimente vorbereitet oder Projekte wie der Preisträger durchführt... Leistungszulage im Bildungsbrereich? Fehlanzeige.
ownedwolfy 01.11.2016
4. @fuzzi-42
Ich hoffe Sie haben nicht in Deutschland unterrichtet. Allgemein bekannt ist die deutsche Sprache schwer, das kann man aus Ihren ANmerkungen trefflich herauslesen. Sport?
Honk 02.11.2016
5. Alles gut soweit...
...nur: Wozu diese unpassende Überschrift? Der Lehrer macht offensichtlich sehr guten Unterricht. Schüler, Eltern und auch seine Kollegen haben das bemerkt. Der Lohn sind motivierte Schüler, die beginnen, sich für ein sperriges Fach zu begeistern. Das ist hohe Kunst und darf gewürdigt werden. Die Überschrift suggeriert dagegen, dass der Geldpreis der eigentliche "Lohn" sei. Das ist leider komplett am Thema vorbeigeschrieben.
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