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21. Dezember 2018, 12:59 Uhr

Bundesagentur für Arbeit

950 neue Berufsberater sollen an Schulen gehen

Tausende Ausbildungsplätze in Deutschland sind unbesetzt. Dennoch wollen die meisten Abiturienten studieren. Die Arbeitsagentur will jetzt gegensteuern - mit fast tausend neuen Berufsberatern.

Persönliche Kontakte für den Imagewechsel: Die Bundesagentur für Arbeit will mehr als 950 zusätzliche Berufsberater in Schulen schicken. Sie sollen vor allem mit Oberstufenschülern der Gymnasien sprechen. Ziel sei es, verstärkt in Richtung Ausbildung zu beraten und damit den Blick auf das Berufswahlspektrum zu erweitern, sagte Agentur-Chef Detlef Scheele.

Bisher entscheiden sich Abiturienten vor allem für ein Studium. Um sie vom Gegenteil zu überzeugen, müssten die Berater die Einstellung der Jugendlichen grundlegend ändern. Die Berufsberater sollen ab dem kommenden Schuljahr eingesetzt werden. Auf sie dürfte viel Arbeit zukommen.

Denn vielen Abiturienten erscheine es als "risikoreiche Verschwendung ihres Bildungsaufwands", wenn sie eine Ausbildung beginnen, für die eigentlich nur ein Hauptschulabschluss nötig ist. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), die der Frage nachgeht, warum Betriebe und Jugendliche nicht mehr zueinanderfinden.

Berater vor großen Herausforderungen

Ein weiteres Problem, vor dem die Berater stehen, sind Vergütung und Arbeitszeit. Laut dem Berufsbildungsbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung müssten die Ausbildungsberufe in dieser Hinsicht attraktiver werden, um mehr Azubis zu gewinnen.

Auf der anderen Seite bricht aber auch fast jeder dritte Bachelor-Student wieder ab, wie eine Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) im vergangenen Jahr ermittelt hat. Auch um Studien- und Ausbildungsabbrecher wolle man sich deshalb stärker kümmern. Die Bundesagentur wolle an der Schnittstelle von der Schule in den Beruf möglichst wenige junge Menschen "verlieren".

Die neuen Kräfte sind auch für eine bessere Beratung von Achtklässlern gedacht - und deren Eltern. Dabei gehe es vor allem um die Mobilitätsförderung, um Bewerber und Ausbildungsplatz besser zusammen zu bringen. "Es ist immer noch ungewöhnlich, dass Jugendliche für eine Ausbildung um- und zu Hause ausziehen - deshalb wollen wir in dieser Hinsicht Eltern und Schüler schon früh und besser aufklären und beraten", sagte Scheele.

Fast 25.000 Bewerber ohne Lehrstelle

Zum ersten Mal seit 1994 gab es im vergangenen Ausbildungsjahr mehr Lehrstellen als Bewerber. Nochunbesetzt waren zum 30. September rund 57.700 Lehrstellen, was einem Plus von 8700 gegenüber dem Vorjahr entspricht. 24.500 Bewerber waren demnach trotzdem unversorgt - 800 mehr als vor einem Jahr. Damit blieben fünf Prozent aller gemeldeten Bewerber ohne Ausbildungsstelle.

Regional betrachtet waren in Süddeutschland, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland und in Hamburg deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber gemeldet. Im Gegensatz dazu fehlten Ausbildungsstellen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen.

sun/dpa

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