Bundeselternrat warnt Zeitplan für Ganztagsbetreuung in Gefahr

"Großes Bauchweh" beim Versprechen der Koalition: Der Vorsitzende des Bundeselternrats zweifelt daran, dass Grundschulkinder bis 2025 den geplanten Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben.

Gesetzlicher Anspruch auf Ganztagsbetreuung bis 2025?
DPA

Gesetzlicher Anspruch auf Ganztagsbetreuung bis 2025?


Der Bundeselternrat bezweifelt, dass die Bundesregierung ihre Pläne zu mehr Ganztagsbetreuung an Grundschulen rechtzeitig umsetzen kann. "Wir haben großes Bauchweh, ob der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder tatsächlich 2025 kommt", sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth der Nachrichtenagentur dpa. Bislang würde es lediglich im Koalitionsvertrag stehen, eine gesetzliche Grundlage gebe es allerdings nicht.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte zuletzt bekräftigt, die Pläne bis 2025 umsetzen zu wollen. Für Investitionen in den Ganztagsausbau sollen in dieser Legislaturperiode insgesamt zwei Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Giffey will, dass die Ganztagsbetreuung in der Zeit von 8 Uhr bis 16 Uhr gilt.

Für den Elternvorsitzenden Wassmuth sind diese acht Stunden zwar "ein Anfang, aber noch nicht das Ziel". "Wir sind für eine flexible Betreuung, die nicht in feste Schulstunden gepresst wird."

Auch Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) kritisierte die geplanten Betreuungszeiten als unzureichend. In Thüringen existiere ein Betreuungsangebot von zehn Stunden. "Wir müssen ja Beruf und Familie zusammenbringen und dabei auch noch die Fahrtzeiten berücksichtigen", betonte der Politiker vor Beginn der Kultusministerkonferenz (KMK) am Donnerstag in Wiesbaden. Dort ist der geplante Rechtsanspruch ebenfalls Thema.

In diesem Zusammenhang forderte Holter vom Bund zudem mehr Geld für Personal. Die Gesamtkosten für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung seien für die Länder weitaus höher als die geplanten Investitionen.

faq/dpa



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