Computer in Schulen Ohne die Eltern geht es nicht

Klassenzimmer ohne Kreide und Wandtafel, Schüler, die im Computer-Netzwerk die Aufgaben des Lehrers lösen - E-Learning ist der aktuelle Trend. Was dabei häufig unterschlagen wird, sind die Kosten. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund warnt jetzt: Die Eltern werden mitbezahlen müssen.


Computer in Schulen: Ab in die Kostenfalle?
DPA

Computer in Schulen: Ab in die Kostenfalle?

Die Kommunen werden die technische Aufrüstung an den Schulen nicht alleine bewältigen können, befürchtet der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund. Deshalb gab er am Dienstag schon einmal die Vorwarnung heraus, dass künftig auch die Eltern bezahlen müssen, damit ihre Kinder am Computer lernen können.

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund beruft sich dabei auf eine "aktuelle Einschätzung" der Internet-Initiative D21 - jener Aktion, die von Bundeskanzler Gerhard Schröder ins Leben gerufen wurde, um möglichst viele Computer in die deutschen Schulen zu bringen.

Sorge machen den niedersächsischen Kommunen vor allem die Folgekosten. Soll heißen: Mit dem Aufstellen des Computers ist es nicht getan. Er will repariert und gepflegt werden. Außerdem veraltet ein Computer sehr schnell. Mit der Zeit zu gehen heißt hier: dauernd investieren.

Die Warnung ergeht just in dem Moment, in dem Bildungspolitiker vermehrt den Einsatz von neuen Medien in der Schule fordern. Noch in der vergangenen Woche hatte Bildungsministerin Edelgard Bulmahn gefordert: "Der Einsatz von Computern in der Schule muss zum Alltag werden". Deswegen kündigte die Ministerin an, in den kommenden vier Jahren dem Verein "Schulen ans Netz" rund 20 Millionen Euro zu geben.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.