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Deutscher Schulpreis 2015: "Respektvoller und wertschätzender Umgang"

Foto: Robert Bosch Stiftung/Theodor Barth

Schulpreis 2015 Die beste Schule Deutschlands ist in Wuppertal-Barmen

Die Hälfte der Schüler hat alleinerziehende Eltern, ein Drittel einen Migrationshintergrund, nur jeder sechste eine Gymnasialempfehlung: Doch an der Gesamtschule Wuppertal-Barmen lernen sie gern und gut - wie kriegen die das hin?

Schulerfolg mitten im sozialen Brennpunkt: Weil sie ihre Schüler besonders gut fördert und ein "herausragendes Schulklima" hat, ist die Gesamtschule Wuppertal-Barmen mit dem Deutschen Schulpreis 2015  ausgezeichnet worden.

Der Preis ist mit 100.000 Euro dotiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichte ihn am Mittwoch in Berlin einer zehnköpfigen Delegation der Schule, darunter fünf Schüler. In Wuppertal fieberten Mitschüler in der Turnhalle mit, wo die Preisverleihung live übertragen wurde.

"Ich habe selten eine Schule erlebt, an der Schüler, Lehrer und Eltern so respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen", begründete Jury-Sprecher Michael Schratz, Erziehungswissenschaftler an der Universität Innsbruck, die Entscheidung. Jeder Schüler sei für etwas verantwortlich - etwa als Pate für Jüngere, als Medienscout oder Schulsanitäter.

Gewinner des Deutschen Schulpreises 2015: Hier probt die Schulband der Gesamtschule Barmen in Wuppertal.

Gewinner des Deutschen Schulpreises 2015: Hier probt die Schulband der Gesamtschule Barmen in Wuppertal.

Foto: Robert Bosch Stiftung/Theodor Barth

Darüber hinaus achte die Schule aber auch auf ein hohes Leistungsniveau, so Schratz: "Die Lehrer fordern die Kinder und Jugendlichen heraus, sie führen sie gezielt an ihre Leistungsgrenzen - und darüber hinaus." Ein Anspruch, der im Umfeld der Schule nicht unbedingt zu erwarten wäre.

Denn die Gesamtschule Barmen liegt mitten in einem sozialen Brennpunkt. Von den 1400 Schülern wächst mehr als die Hälfte mit nur einem Elternteil auf. Ein Drittel der Schüler hat einen Migrationshintergrund. Obwohl nach der Grundschule nur 17 Prozent der Schüler eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten hatten, wechseln rund 60 Prozent nach ein paar Jahren auf der Schule in die gymnasiale Oberstufe.

Schüler der Gesamtschule Barmen in der AG "Orientalisches Kochen"

Schüler der Gesamtschule Barmen in der AG "Orientalisches Kochen"

Foto: Robert Bosch Stiftung/Theodor Barth

Die Jury war außerdem besonders beeindruckt von den Erfolgen einiger engagierter Lehrer: Bei landesweiten Vergleichen schneiden die Schüler oft überdurchschnittlich ab, und "seit Jahren hat kein Jugendlicher die Schule ohne Abschluss verlassen", heißt es in der Begründung für den Preis. Gewürdigt wird außerdem die konsequente Inklusion an der Schule, die bis in den Sportunterricht hineinreicht.

Neben der Gesamtschule in Barmen wurden fünf weitere Schulen mit jeweils 25.000 Euro ausgezeichnet: die Bremer Grundschule am Buntentorsteinweg, das Hamburger Ganztags-Gymnasium Klosterschule, die Jenaplanschule Rostock, die Waldschule - eine Grundschule der Stadt Flensburg - und das Don Bosco-Beratungszentrum in Würzburg, eine Berufsschule für Jugendliche in schwierigen persönlichen Situationen.

Der Deutsche Schulpreis wird seit 2006 von der Robert Bosch Stiftung und der Heidehof Stiftung verliehen. Seither haben sich über 1500 Schulen für die Auszeichnung beworben. Zu den Kriterien des Preises zählen Leistung, Unterrichtsqualität, Umgang mit Vielfalt, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution.

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