Wissenslücken bei Schülern Wenn die Sonne im Norden aufgeht

In Deutschland wachsen Kokosnüsse, und ein Huhn legt mehr als drei Eier pro Tag: Eine Umfrage offenbart großes Unwissen unter Schülern.

Kinder im Wald
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Kinder im Wald


Es passiert jeden Tag, überall auf der Welt: Die Sonne geht auf. Nur wo? Das lernen Kinder von ihren Eltern, Großeltern, Lehrern - oder aus Büchern. Sollte man meinen.

Eine Befragung unter Sechst- und Neuntklässlern hat nun gezeigt: Nur 35 Prozent der Schulkinder wissen, in welcher Himmelsrichtung die Sonne aufgeht. 18 Prozent dachten sogar, dass Norden richtig sei - wo die Sonne bei uns tatsächlich zu keinem Zeitpunkt am Tag steht.

"Der Trend ist eindeutig", schreiben die Studienmacher des Jugendreports Natur, "da scheint ganz elementares Naturwissen nachhaltig verloren gegangen zu sein".

Der Bericht erscheint seit 1997 regelmäßig. Für den siebten Jugendreport Natur wurden zwischen November 2015 und Februar 2016 insgesamt 1253 Sechst- und Neuntklässler im Rahmen des Schulunterrichts an elf Schulen in den Räumen Köln, Ruhrgebiet und Südwestfalen befragt. Darunter waren 51 Prozent Stadt- und 49 Prozent Landkinder.

Ihr Wissen über heimische Tiere wies ebenfalls Lücken auf. Weniger als jedes fünfte Kind wusste, dass ein Huhn am Tag höchstens ein Ei legen kann.

Noch weniger richtige Antworten konnten die Schülerinnen und Schüler geben, als nach drei essbaren Früchten gefragt wurde, die bei uns im Wald oder am Waldrand wachsen. Nur zwölf Prozent kannten drei Früchte - vor allem Beeren wurden genannt. Doppelt so vielen fiel gar keine Frucht ein.

Unter den zahlreichen falschen Antworten fanden die Studienmacher vor allem Früchte aus dem Supermarkt wie Äpfel, Birnen und Weintrauben, aber auch Bananen, Mango, Kokosnuss, Zitrone, Ananas und Honigmelone.

Wer allerdings glaubt, dass junge Menschen den Wald nicht kennen, weil sie immer weniger Zeit dort verbringen, der irrt. Drei von fünf Befragten halten sich nach eigenen Angaben wöchentlich oder mindestens einmal im Monat dort auf. Und daran habe sich, so die Studienautoren, in den vergangenen zehn Jahren kaum etwas geändert.

Was sich allerdings der Umfrage zufolge verändert hat, ist das Verhältnis der Schüler und Schülerinnen zur Natur:

Witzige Schülerantworten: "Die Kuh bringt Milch und Mehl"
  • DPA
    Steppentiere sind gute Tänzer? Und Kaninchen fliegen im Winter nach Süden? Was Schüler an irren Thesen über Tiere zusammentragen, bringt manche Lehrer zum Verzweifeln. Neue Blamagen aus dem Bio-Unterricht.

lgr

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