Grundschulen Ganztagsbetreuung mehrere Milliarden teurer als geplant

Ab 2025 haben Grundschulkinder ein Anrecht auf Ganztagsbetreuung. Damit das klappen kann, müsste der Bund mehr als doppelt so viel investieren wie vorgesehen, rechnet ein Institut vor.
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Die ganztägige Betreuung von Grundschülern wird für den Staat mehrere Milliarden Euro teurer als geplant. Das geht aus einer unveröffentlichten Berechnung des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in München hervor.

Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag für den "Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter" ab 2025 Investitionen von zwei Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Nach den Modellrechnungen des DJI sind jedoch bis 2025 Investitionen von mindestens 5,3 Milliarden Euro notwendig, hinzu kämen dann laufende Kosten von 3,2 Milliarden Euro pro Jahr.

Das Institut war von Bund und Ländern nach Unstimmigkeiten über die zu erwartenden Kosten mit einer Prognose beauftragt worden; das Papier hat die Bund-Länder-AG inzwischen als neue Grundlage für weitere Verhandlungen akzeptiert. Grund für die prognostizierte Kostenexplosion ist, dass 2025 durch höhere Geburtenraten und Zuwanderung laut DJI rund 187.000 Grundschulkinder mehr zu erwarten seien als von der Kultusministerkonferenz veranschlagt.

"Auf das Bildungssystem kommen insgesamt wieder deutlich stärkere Jahrgangskohorten zu", erklärt DJI-Direktor Thomas Rauschenbach. Zudem ziehen laut DJI neue Angebote eine steigende Nachfrage nach sich, wie sich schon im Kitabereich gezeigt habe.

Die Kultusministerkonferenz wird sich Mitte Oktober mit der Finanzierung des Ganztagsbetriebs befassen. Die Länder wünschen, dass sich der Bund neben einer Investitionshilfe auch an den künftigen Betriebskosten beteiligt.