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02. Mai 2017, 14:40 Uhr

Michelle-Obama-Initiative

Trump-Regierung kippt Vorgaben für gesundes Schulessen

Es war eines der wichtigsten Projekte der ehemaligen First Lady Michelle Obama: gesünderes Essen an Schulen. Jetzt wird das Projekt gestoppt. Zur Begründung heißt es, es solle den Kindern schließlich schmecken.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat sich eines der wichtigsten politischen Anliegen von Michelle Obama vorgeknöpft - den Kampf der früheren First Lady für gesünderes Essen für Kinder. Künftig solle den Schulen des Landes bei den Speiseplänen wieder "größere Flexibilität" ermöglicht werden, kündigte das Landwirtschaftsministerium in Washington an. Das Ziel: Die Schüler sollen wieder mit "mehr Begeisterung" essen.

Im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern hatte sich Michelle Obama, Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama, während der Amtszeit ihres Mannes für besseres Essen an Schulen eingesetzt. Die Vorgaben des Healthy, Hunger-Free Kids Act sollten den Anteil von Salz und Zucker im Schulessen beschränken.

Offiziellen Zahlen der Gesundheitsbehörden zufolge ist jedes sechste Kind in den USA übergewichtig oder fettleibig. Laut einer aktuellen Studie der Bloomberg School of Public Health an der Johns-Hopkins-Universität könnten in den USA Gesundheitskosten in Milliardenhöhe eingespart werden, wenn Kinder sich gesünder ernährten und mehr bewegten.

Die US-Regierung hat jedoch offenbar Sorge, das Essen könnte den Kindern nicht mehr schmecken. "Wenn die Kinder das Essen nicht mögen und es im Müll landet, bekommen sie gar keine Ernährung", sagte Landwirtschaftsminister Sonny Perdue. Seinem Ministerium zufolge führten die Vorgaben zu Kosten von 1,2 Milliarden Dollar für die Schulbezirke und Bundesstaaten.

Trump kippt noch mehr Projekte

Zudem hat die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel bekannt gegeben, dass Restaurantketten vorerst nicht dazu verpflichtet werden, Kalorienangaben auf ihre Menus zu drucken. Barack Obama hatte ein entsprechendes Gesetz auf den Weg gebracht, das auch für Fertigprodukte gelten sollte. Das Gesetz soll nun frühestens in einem Jahr in Kraft treten.

Laut CNN und "Washington Post" will die US-Regierung unter Trump auch das Programm "Let Girls Learn" einstampfen. Das Projekt wurde ebenfalls von Michelle Obama ins Leben gerufen und soll die Bildung junger Frauen in Entwicklungsländern fördern.

Der Sprecher von Donald Trump, Sean Spicer, hat dies jedoch via Twitter dementiert. Er versichert, das Programm werde fortgesetzt. Die US-Regierung fühle sich verpflichtet, Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt zu unterstützen.

koe/AFP

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