Dresdner Schule Kultusministerium prüft Kopftuchverbot

In Dresden sollten zwei afghanische Mädchen an einer Schule angemeldet werden - doch dann erfuhren ihre Eltern von der Hausordnung. Sie verbietet das Tragen von Kopfbedeckungen, also auch von Kopftüchern. Das Kultusministerium prüft nun: Darf die Schule das?
Schülerin mit Kopftuch: Die Hausordnung einer Schule in Dresden steht auf dem Prüfstand

Schülerin mit Kopftuch: Die Hausordnung einer Schule in Dresden steht auf dem Prüfstand

Foto: Waltraud Grubitzsch/ picture alliance / dpa

Kann eine Schule ihren Schülerinnen unteragen, ein Kopftuch zu tragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit das sächsische Kultusministerium. Es prüft, ob die Hausordnung einer Dresdner Schule die Religionsfreiheit verletzt. Sie enthält seit rund zwei Jahren einen Passus, der jede Art von Kopfbedeckung verbietet.

Die "Sächsische Zeitung" berichtete über zwei afghanische Flüchtslingsmädchen, die in der Schule angemeldet werden sollten. Sie tragen aus religiösen Gründen Kopftücher. Als ihre Eltern von dem Verbot erfuhren, entschieden sie sich für eine andere Schule.

Laut Ministerium handelt es sich um den ersten Fall dieser Art in Sachsen. Für das Verbot an der Schule gebe es gute Gründe, sagte eine Sprecherin: Kopfbedeckungen würden die eindeutige Identifizierung von Störern erschweren. Das Verbot dürfe aber nicht gegen die Religionsfreiheit der Schüler verstoßen. Der Zeitung zufolge will die Schule mit dem Kopfbedeckungsverbot einen offenen Umgang der Jugendlichen untereinander fördern.

Düsseldorfer Schulrektor wurde zurückgepfiffen

Immer wieder kommen Schulen oder Schulleiter auf die Idee, ihren Schülerinnern das Tragen von Kopftüchern zu verbieten. Die Begründungen gleichen sich: Das Kopftuch sei ein Symbol für die Unterdrückung der Frau und nicht mit dem Gedanken der Gleichberechtigung zu vereinbaren; es verhindere die Integration der Mädchen; überhaupt seien Symbole einer religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung in der Schule unterwünscht.

Vor zwei Jahren etwa ergänzte ein Düsseldorfer Rektor die Hausordnung um das Kopftuchverbot - und wurde prompt von seinen Vorgesetzten zurückgepfiffen. Andere Schulleiter schickten Elternbriefe an alle oder nur an muslimische Familien. An Schulen in Saarbrücken und Heilbronn entschied gar die Schulkonferenz, ein Kopftuchverbot zu verhängen, ohne vorher die verfassungsrechtlichen Grundlagen zu prüfen.

Die sind eigentlich recht eindeutig: Das Kopftuchverbot für Lehrerinnen bewegt sich auf einer anderen rechtlichen Ebene, denn als Beamte unterliegen Lehrer besonderen Pflichten und haben zudem eine Vorbildfunktion. Dagegen garantiert das Grundgesetz Schülerinnen und Schülern die Religionsfreiheit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit.

bim/APD
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