Düsseldorf Schüler wegen Todesdrohung gegen Lehrer vor Gericht

Er galt als freundlicher Schüler: Vor dem Amtsgericht in Düsseldorf wird der Fall eines 18-Jährigen verhandelt, der im Unterricht "Heil Hitler" gerufen und Lehrer bedroht haben soll.

Amtsgericht in Düsseldorf: Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten
Marcel Kusch/ DPA

Amtsgericht in Düsseldorf: Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten


Ein 18-jähriger Schüler muss sich in Düsseldorf wegen einer Todesdrohung gegen Lehrer vor Gericht verantworten. "Ey, Alter, ich steche alle Lehrer ab", soll der 18-Jährige laut vernehmlich im Unterricht an einer Monheimer Gesamtschule gesagt haben. Zuvor war in der Klasse ein Film über den Nationalsozialismus gezeigt worden. Beim Verlassen des Klassenraums hatte der Schüler laut Anklage noch "Heil Hitler" gerufen.

Nun muss er sich wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten vor dem Amtsgericht verantworten. Dabei räumte er den Hitlergruß ein, bestritt aber die Drohung. Seine Lehrerin sagte dagegen aus, die Drohung klar und deutlich gehört zu haben. Sie sei überrascht gewesen, dass dies von diesem Schüler gekommen sei, den sie bislang als freundlich erlebt hatte.

Sie selbst habe auch keine Anzeige erstattet, sondern eine Kollegin. Der Schüler war daraufhin von der Polizei gesucht und einige Stunden später in Gewahrsam genommen worden. Das Gericht will noch weitere Zeugen hören. Der Prozess wird fortgesetzt.

Erst Anfang des Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Halle an der Saale Ermittlungen gegen einen Schüler eingestellt, der zuvor im Klassenraum den Hitlergruß gezeigt und skandiert haben soll. Die Begründung: Der Hitlergruß sei laut Gesetz nur in der Öffentlichkeit strafbar. Damit stieß die Behörde sowohl bei der betroffenen Schule als auch dem Bildungsministerium in Sachsen-Anhalt auf Unverständnis.

faq/dpa



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