Eltern im Abschlussfieber Hilfe, mein Kind macht Abi

Macht das Kind sein Abi, leiden die Eltern mit. Warum versteht der Nachwuchs nicht, dass es diesmal um alles geht? Und muss ein Abi-Ballkleid so teuer sein? Einmal noch wollen die Eltern helfen, damit aus den Kleinen etwas wird. Vier Mütter erzählen von der heißen Phase im Schulendspiel.

Von Anne-Kathrin Gerstlauer


Starke Nerven sind beim Abi gefragt und auch viel Verständnis: Wenn es um das richtige Kleid für den Ball geht, gute Texte für die Abi-Zeitung oder Ideen für den Abi-Streich. Wenn das eigene Kind auf einmal nicht mehr für irgendeine Klausur lernen muss, sondern für die Note, die am Ende der gesamten Schulzeit übrigbleibt.

Auch für Eltern bedeutet das Abitur Stress. Und das in einer Zeit, in der sich eine Menge tut: Das Kind, das doch eben noch vor lauter Schulranzen kaum zu sehen war, ist fast ein erwachsener Mensch, eigenständig und selbst verantwortlich, kurz vor dem letzten Schritt raus aus dem Elternhaus.

Wie erleben Eltern diese Zeit? Der Sohn von Elena Maroufi etwa bereitete sich auf den Abschluss vor, indem er auf dem Wohnzimmertisch zu Lordis "Hard Rock Hallelujah" die Luftgitarre quält. Klaudia Conrad bescherte ihre Tochter einen Migräneanfall, als sie das dreißigste Abi-Ballkleid anprobierte. Katharina Ley-Kremer hatte vor allem Stress, weil ihr Sohn keinen hatte. Und Anke Kreye war genervt, weil ihr ganzes Haus in Lernmaterial versank, schließlich machten bei ihr gleich zwei Töchter im selben Jahr das Abitur.

Im SchulSPIEGEL erzählen die vier Mütter von ihrem ganz persönlichen Abi-Stress.

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Seite 1
Der Physiokrat 19.05.2011
1. Überbewertet
Habe selbst morgen mein letztes schriftliches Abiturfach in Bayern, Mathe. Und ich muss sagen, das bayrische Abitur wird ->deutlich
qype 19.05.2011
2. Matura
Ich habe 1998 maturiert und war alles andere als entspannt. Ich bin von Herzen froh, meine Schulzeit gut überstanden zu haben. Ich wünsche allen viel Erfolg und gute Nerven.
qype 19.05.2011
3. Titel
Zitat von Der PhysiokratHabe selbst morgen mein letztes schriftliches Abiturfach in Bayern, Mathe. Und ich muss sagen, das bayrische Abitur wird ->deutlich
[QUOTE=Der Physiokrat;7875092]Habe selbst morgen mein letztes schriftliches Abiturfach in Bayern, Mathe. Und ich muss sagen, das bayrische Abitur wird ->deutlich
don_politicus 19.05.2011
4. Der "Lernstress"
Jaja - das Lernen vor dem "großen Wurf"...auch mein Abi habe ich noch in guter Erinnerung - und ich kann mich nur anschließen: es reichen faktisch ein paar Tage Vorbereitung. Insgesamt hatte ich einen Schnitt von 3,1 - was allerdings daran liegt, dass so unendlich relevante Fächer wie "Kunst", "Religion" oder "Physik" auch eingerechnet werden und nicht nur die Abschlussnoten zählen. Jetzt mache ich gerade Examen und meine Lernsystematik hat sich nicht geändert. Bisher dreimal eine 1,0 und zweimal eine 1,3. Obwohl noch 3 Prüfungen ausstehen - die nächste Ende kommender Woche - mache ich mir keinen Stress. Nicht alles zu wissen ist die Anforderung - sondern viel verstehen und einordnen. Ich fühle mich nicht als Computer, der 1 zu 1 in der Klausur das abtippt, was vorher auswendig "gelernt" wurde. Anfang nächster Woche sichte ich die Literatur und dann gehts los. Auch den Stellenwert des Abiturs habe ich bereits damals veruscht einzuordnen: keine Teilnahme am Abiball war die Folge. Was sollte ich feiern? Das "Zwischenzeugnis" durch welches die Tür zu einer Organisation geöffnet wird, die letztlich den Abschluss vergibt, auf dem das (Berufs-)leben aufbaut. Nein. Nicht überbewerten - auch nicht Examen/Diplom. Wer sich umschaut und sieht, wer alles solche Abschlüsse hat, wird sich ganz schnell auf dem (relativierten) Boden der Tatsachen einfinden. Und zur "Causa" 'Niveau der Abiturs': selbstredend befindet man sich hier im Sinkflug. Äquivalent zum Eindampfen des Examens/Diploms durch Bachelor/Master ist auch das G9 und G8 eingedampft worden. Mit Folgen für den Lehrstoff. Zwischen den Bundesländern ist m.E. der Ausschlaggebende Punkt die Besoldung der Lehrkräfte. Wer kann (sprich: die entsprechende im 1./2. Staatsexamen hat) geht dorthin, wo es die meiste Kohle gibt. Voraussetzung: keine übergeordneten Bindungen (Familie, Vereine, etc.). Insofern selektiert gerade die Besoldung der Lehrkräfte das Angebot in den Schulen. Weiterhin werden selbstredend Beamtenstellen vor Angestelltenverträgen gehandelt. Hält man die Noten als Kriterium für einen "guten Unterricht" für angemessen (im Aggregat), können durchaus Unterschiede zwischen den Ländern festgemacht werden.
porschediesel 19.05.2011
5. titel
Zitat von sysopMacht das Kind sein Abi,*leiden die Eltern mit. Warum versteht der*Nachwuchs nicht, dass es diesmal um alles geht?*Und muss ein Abiball-Kleid so teuer sein? Einmal noch wollen die Eltern helfen, damit aus den Kleinen etwas wird. Vier Mütter erzählen von der heißen Phase im Schulendspiel. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,762463,00.html
Wenn meine Mutter noch leben würde, würde ich sie jetzt anrufen und mich noch einmal bedanken, dass sie sich aus meinen Abiturvorbereitungen komplett herausgehalten hat. Viel heraushalten war auch nicht möglich, aber ich wurde auch nicht zum Lernen angehalten oder gedrängt. Einen Abiball gab es bei uns nicht; nur eine schöne Fete im Raucherraum.
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