NRW streicht umstrittene Prüfungsaufgabe Prinzenrolle rückwärts

Das Schulministerium in Nordrhein-Westfalen erhört wütende Zehntklässler: Ihnen war in einer Englischprüfung eine Nuschelrede Prinz Harrys vorgespielt worden. Die Schüler protestierten, mit Erfolg.
Prinz Harry

Prinz Harry

Foto: Andrew Parsons/ dpa

Mit mehr als 44.000 Unterschriften haben Schüler in Nordrhein-Westfalen erfolgreich gegen eine als zu schwierig empfundene Englischprüfung protestiert. Die am häufigsten kritisierten Prüfungsaufgaben werden aus der Bewertung herausgenommen, teilte das Schulministerium am Dienstag  mit.

Grund für den Protest war die zentrale Englischprüfung am vergangenen Donnerstag. Bei den Aufgaben zum Hörverstehen waren die Schüler unter anderem mit einer Rede des britischen Prinzen Harry konfrontiert, die so nuschelig vorgetragen war, dass die Zehntklässler kaum etwas verstanden.

"Mit den angepassten Bewertungsvorgaben wollen wir sicherstellen, dass auch der diesjährige Jahrgang angemessen und fair bewertet wird", teilte der NRW-Staatssekretär Ludwig Hecke mit. Die Note fließt bei den rund 100.000 Prüflingen landesweit zu 50 Prozent in die Englisch-Abschlussnote des mittleren Schulabschlusses ein.

In anderen Prüfungsbereichen werde den Lehrern ein größerer Bewertungsspielraum gegeben, teilte das Ministerium weiter mit. Der 16 Jahre alte Schüler Dario Schramm, der die Petition gestartet hatte, hatte unter anderem kritisiert, beim Thema Apartheid seien Vokabeln vorgekommen, die im Unterricht keine Rolle gespielt hätten.

Schramm forderte in seiner Petition sogar, die Prüfung neu aufzulegen. Unterstützt wurde er dabei vom Lehreverband NRW und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Auch in diesem Punkt war der Protest erfolgreich. Die Schüler dürften die Prüfung laut dem Ministeriumsschreiben auf eigenen Wunsch wiederholen.

sun/dpa
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