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27. Mai 2019, 23:49 Uhr

Juniorwahl

Grüne wären bei Schülern mit Abstand vorne

Von Lara Jäkel

Schwächelnde Volksparteien, Aufwind für die Grünen: Die Trends der Europawahl zeigen sich bei der simulierten Juniorwahl noch deutlicher. Auch bei der Bremer Bürgerschaftswahl hätten die Schüler anders entschieden als die Wähler.

Ginge es nach den Schülern, hätten die Grünen die Europawahl deutlich gewonnen. Mehr als ein Drittel stimmten bei der sogenannten Juniorwahl für die Öko-Partei, wie die Veranstalter auf ihrer Webseite mitteilten. An der simulierten Wahl nahmen knapp 500.000 Jugendliche von etwa 2800 Schulen aus ganz Deutschland teil.

Die Grünen konnten im Vergleich zur Juniorwahl 2014 fast 17 Prozent hinzugewinnen und wurden in allen Bundesländern stärkste Kraft. Auf Platz zwei folgt die SPD mit 13,3 Prozent, dahinter reiht sich die CDU mit 11,5 Prozent ein. Von den kleineren Parteien ging die FDP mit 7,4 Prozent als Gewinner hervor. Die AfD und Die Linke erreichten 6,5 beziehungsweise 5,4 Prozent und lagen damit noch hinter der "Partei" mit 6,7 Prozent.

Ähnlich wie bei den richtigen Wahlergebnissen zeigen sich auch bei der Juniorwahl deutliche regionale Unterschiede. In allen neuen Bundesländern folgt die AfD auf dem zweiten Platz hinter den Grünen. Die meisten Stimmen bekamen die Rechtspopulisten in Thüringen (15 Prozent). In den alten Bundesländern lag die AfD zwischen vier und sieben Prozent.

Deutliche Verluste für SPD und Union

Im Norden und Westen erhielt dagegen die SPD vergleichsweise viel Zustimmung, insbesondere in Bremen (21,6 Prozent) und im Saarland (18,1 Prozent). CDU/CSU landeten in Bayern und Baden-Württemberg mit 13,2 beziehungsweise 11,4 Prozent auf Platz zwei. Insgesamt verloren die Volksparteien im Vergleich jedoch deutlich an Zustimmung unter den Schülern: Die CDU erhielt 13,8 Prozent weniger Stimmen als 2014, die SPD büßte 9,2 Prozent ein.

Die Juniorwahl zur Bürgerschaftswahl in Bremen zeigt ein anderes Bild: Bei den knapp 14.000 teilnehmenden Schülern liegt die SPD trotz Verlusten mit 24,7 Prozent der Stimmen vorne. Knapp dahinter folgen die Grünen mit 23,9 Prozent. Die bei den richtigen Wahlen siegreiche CDU kommt bei den 12- bis 18-Jährigen nur auf knapp 13,4 Prozent und liegt damit noch hinter den Linken mit 13,5 Prozent auf Platz vier.

Die Juniorwahlen finden seit 1999 zu jeder Wahl auf Landes-, Bundes- und Europaebene an weiterführenden Schulen in ganz Deutschland statt. Durch die simulierten Wahlen sollen Schüler mit dem Wählen vertraut gemacht werden. Die Veranstalter hoffen, dadurch die Wahlbeteiligung und politische Interesse unter jungen Erwachsenen zu erhöhen.

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