Juniorwahl Grüne wären bei Schülern mit Abstand vorne

Schwächelnde Volksparteien, Aufwind für die Grünen: Die Trends der Europawahl zeigen sich bei der simulierten Juniorwahl noch deutlicher. Auch bei der Bremer Bürgerschaftswahl hätten die Schüler anders entschieden als die Wähler.

Hamburger Schüler bei der Juniorwahl
Lara Jäkel/ SPIEGEL ONLINE

Hamburger Schüler bei der Juniorwahl

Von Lara Jäkel


Ginge es nach den Schülern, hätten die Grünen die Europawahl deutlich gewonnen. Mehr als ein Drittel stimmten bei der sogenannten Juniorwahl für die Öko-Partei, wie die Veranstalter auf ihrer Webseite mitteilten. An der simulierten Wahl nahmen knapp 500.000 Jugendliche von etwa 2800 Schulen aus ganz Deutschland teil.

Die Grünen konnten im Vergleich zur Juniorwahl 2014 fast 17 Prozent hinzugewinnen und wurden in allen Bundesländern stärkste Kraft. Auf Platz zwei folgt die SPD mit 13,3 Prozent, dahinter reiht sich die CDU mit 11,5 Prozent ein. Von den kleineren Parteien ging die FDP mit 7,4 Prozent als Gewinner hervor. Die AfD und Die Linke erreichten 6,5 beziehungsweise 5,4 Prozent und lagen damit noch hinter der "Partei" mit 6,7 Prozent.

Ähnlich wie bei den richtigen Wahlergebnissen zeigen sich auch bei der Juniorwahl deutliche regionale Unterschiede. In allen neuen Bundesländern folgt die AfD auf dem zweiten Platz hinter den Grünen. Die meisten Stimmen bekamen die Rechtspopulisten in Thüringen (15 Prozent). In den alten Bundesländern lag die AfD zwischen vier und sieben Prozent.

Vergleich der Ergebnisse von Juniorwahl (nur Die Grünen) und Europawahl (nur stärkste Partei pro Bundesland)
SPIEGEL ONLINE

Vergleich der Ergebnisse von Juniorwahl (nur Die Grünen) und Europawahl (nur stärkste Partei pro Bundesland)

Deutliche Verluste für SPD und Union

Im Norden und Westen erhielt dagegen die SPD vergleichsweise viel Zustimmung, insbesondere in Bremen (21,6 Prozent) und im Saarland (18,1 Prozent). CDU/CSU landeten in Bayern und Baden-Württemberg mit 13,2 beziehungsweise 11,4 Prozent auf Platz zwei. Insgesamt verloren die Volksparteien im Vergleich jedoch deutlich an Zustimmung unter den Schülern: Die CDU erhielt 13,8 Prozent weniger Stimmen als 2014, die SPD büßte 9,2 Prozent ein.

Die Juniorwahl zur Bürgerschaftswahl in Bremen zeigt ein anderes Bild: Bei den knapp 14.000 teilnehmenden Schülern liegt die SPD trotz Verlusten mit 24,7 Prozent der Stimmen vorne. Knapp dahinter folgen die Grünen mit 23,9 Prozent. Die bei den richtigen Wahlen siegreiche CDU kommt bei den 12- bis 18-Jährigen nur auf knapp 13,4 Prozent und liegt damit noch hinter den Linken mit 13,5 Prozent auf Platz vier.

Die Juniorwahlen finden seit 1999 zu jeder Wahl auf Landes-, Bundes- und Europaebene an weiterführenden Schulen in ganz Deutschland statt. Durch die simulierten Wahlen sollen Schüler mit dem Wählen vertraut gemacht werden. Die Veranstalter hoffen, dadurch die Wahlbeteiligung und politische Interesse unter jungen Erwachsenen zu erhöhen.

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insgesamt 51 Beiträge
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hegoat 28.05.2019
1.
Die CDU hat keine Rezepte für die Zukunft. Sie zeichnet sich seit mindestens fünf Jahren durch Nichtstun und Aussitzen aus und wenn sie mal was tut, dann primär zum Wohle der Großindustrie, siehe Diesel oder Nutriscore. Die junge Generation hat das satt und wenn die CDU dann noch mit Neuland, Urheberrechtsreform, Rezo und ,Meinungsmache" ihre Gestrigkeit unter Beweis stellt, hat sie es wirklich nicht anders verdient, als auf der Halde der Geschichte zu landen.
Shelumia 28.05.2019
2. Überraschung
Junge Leute wählen das was für die ZUKUNFT unseres Landes und unseres Planeten gut ist. Wer hätte das bloß ahnen können.
htapk 28.05.2019
3. Rotznasen
Diese Rotznasen sind nur an Schlagworten oriontiert und haben auf Grund ausstehender Bildung, von den Grünen verführt, noch eine Menge an Bildung nach zu holen.
brathbrandt 28.05.2019
4. Kinder sind eben besondersleicht manipulierbar.
Schule und Medien bombadieren sie mit Klima-Katastrophen-Meldungen. Da müssen sie ja so reagieren. Man stelle sich vor, man würde den Kindern die Wahrheit sagen: Der Nordseepegel steigt schon seit 1800 im selben Tempo wie heute. Seit 20 Jahren soll der Meeresspiegel dramatisch zusätzlich steigen, aber die Nordsee steigt bis heute nur so, wie sie es schon vor der Industrialisierung tat.
Sumerer 28.05.2019
5. Juniorwahlen
Ich denke, diese Einführungswahlen sollten auch an allen Schulen durchgeführt werden. Oder werden zukünftige Erwachsene als ehemalige Haupt- und Sonderschüler nicht mehr wahlberechtig sein?
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