Findige Lehrer Die Bücherbettler

Klemmt es am Geld, muss man freundlich nach Spenden fragen. Ein niedersächisches Gymnasium hatte mit einem Rundbrief an Verlage Erfolg und sammelte reichlich Bücher ein.


Stapelweise Bücher: Not macht erfinderisch
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Stapelweise Bücher: Not macht erfinderisch

Wenn die Budgets knapper werden, kommen die kreativen Kräfte zum Einsatz. Man verfüge "leider nicht über die notwendigen Mittel zur Bücheranschaffung für unsere Bibliothek", deshalb sei man "auf Sachspenden angewiesen", schrieb der stellvertretende Leiter des Gymnasiums Wildeshausen (1150 Schüler) im Landkreis Oldenburg in einem Brief an Verlage und Redaktionen, "die nicht wissen, wohin mit ihren Rezensionsexemplaren" - und stieß auf erstaunliche Resonanz.

Gebraucht werde, so listete der Sprachenlehrer Wolfgang Däubler auf, unter anderem Literatur über die Arbeiterbewegung, Ökologie, den Nahostkonflikt sowie Schachbücher, politische Biografien, Schriftstellerbiografien und "Soziolinguistik". Die Sammelaktion läuft seit Ostern, der Rücklauf sei "nicht schlecht", sagt Däubler.

Sein wichtigster Helfer ist ein arbeitsloser Buchhändler, der als Ein-Euro-Kraft an der Schule arbeitet, "ein echter Bücherwurm". Man würde den Mann "gern länger behalten", aber die Regeln sehen nur eine sechsmonatige Beschäftigung vor, "auch für dieses Problem werden wir eine kreative Lösung finden".



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