Fotowettbewerb Die Natur genau im Auge

Müll am Himmel, ein Vogel vor qualmenden Schornsteinen: Ein Fotowettbewerb zeigt, wie Jugendliche die Verschmutzung der Umwelt erleben. Aus der ganzen Welt sandten junge Fotografen ihre Aufnahmen ein - und einige davon sind umwerfend gut.
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Fotowettbewerb: Schöne Natur, bedrohte Natur

Foto: John Luckyly De Ocampo / childrenseyesonearth.org

"Ich liebe die Natur, ich hasse Verschmutzung" - zum diesem Motto eines Fotowettbewerbs schickten Jugendliche aus aller Welt mehr als 4000 Bilder ein. Unter den Aufnahmen sind zauberhaft schöne, aber auch sehr bedrückende, die sich gut mit den Fotografien von Profis messen können.

Die 14-jährige Sophie aus Frankreich erwischte mit ihrer Kamera eine Plastiktüte im Flug, die wie ein Ballon durch die Luft segelt. Die 16 Jahre alte Mary Ann von den Philippinen nahm andere Jugendliche auf, die durch eine umzäunte Müllhalde stöbern. Auf dem Foto des neunjährigen Darpan aus Indien leben Natur und Mensch hingegen friedlich nebeneinander: Es zeigt zwei Jungen, die mit einer Herde Büffeln im Wasser planschen.

Der iranische-französische Fotograf Reza Deghati und die Umweltorganisation IDEA  haben den Wettbewerb Children's Eyes On Earth  dieses Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben. Reza sagte über die eingesandten Bilder: "Die Qualität der Fotografien und die Begeisterung der Teilnehmer hat unsere Erwartungen bei weitem übertroffen."

Cheeeeeese!
Foto: Corbis

Egal ob digital oder analog, ob Holga-, Handy-, Digicam- oder Spiegelreflex-Fotografie - wenn Ihr unter 21 seid und Bilder habt, die Ihr einem großen Publikum zeigen wollt, schickt uns Eure besten Aufnahmen als Anhang in einer E-Mail  oder postet sie im Schulspiegel auf Facebook . Rechtlicher Hinweis: Damit willigst Du ein, das SPIEGEL ONLINE die Bilder honorarfrei verwenden darf.

Die Teilnehmer mussten 17 Jahre oder jünger sein und eine Erklärung unterschreiben, dass sie die Fotos ohne fremde Hilfe aufgenommen haben. Sie mussten mindestens zwei Bilder einreichen - eins, das ihre Liebe zur Natur ausdrückt und eins, das ihre Angst vor der Umweltverschmutzung illustriert. Die Höchstgrenze lag bei 20 Bildern. Unter den Einsendungen wählten die Organisatoren 50 Aufnahmen aus, über die Nutzer im Internet abstimmen konnten.

"Das Licht war so schön"

In diese engere Auswahl hat es auch Enno Forchner aus Potsdam geschafft. "Mein Vater ist Kameramann, er hat mir beigebracht zu fotografieren", sagt der 14-Jährige. Seine ersten Bilder schoss er vor etwa zehn Jahren bei einem Ausflug in den Zoo, im vergangenen Oktober reiste Enno fast drei Wochen lang mit seiner Mutter durch Namibia. Als der Reisebus gerade aus dem Etosha-Nationalpark herausfuhr, entdeckte Enno einen Toko, einen afrikanischen Nashornvogel, in einem Baum. "Das Licht war so schön", erinnert sich der Schüler. Enno stieg aus und schoss das Foto, das er dann für den Wettbewerb einreichte.

Ob Enno einen Preis abräumt, erfährt er am 2. Oktober. Dann will das Wettbewerbsteam verkünden, wer die Online-Abstimmung gewonnen hat. Außerdem kürt eine internationale Jury aus Fotografen und Journalisten drei weitere Sieger. Alle vier bekommen jeweils eine Fotoausrüstung mit Spiegelreflexkamera und eine Reise nach Baku in Aserbaidschan - zu einem Foto-Workshop mit dem Fotografen und Wettbewerbsorganisator Reza Deghati.

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