Kronach in Bayern Berufsschullehrer gab Schülern Stromschläge

Bayerische Schüler haben am eigenen Leib erfahren, wie sich Elektrizität anfühlt: Ihr Lehrer verpasste ihnen Stromschläge. Dafür steht der 62-Jährige nun vor Gericht.

Was passiert im Körper, wenn Strom durch ihn gejagt wird? Diese Frage wollte ein 62 Jahre alter Berufsschullehrer in Bayern seinen Schülern auf anschauliche Weise beantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll der Lehrer den Jugendlichen - Berufsschüler der Betriebs- und Energieelektronik - Stromschläge gegeben haben. Nun steht der Berufsschullehrer aus Kronach wegen Körperverletzung vor Gericht.

Einigen Schülern wurde nach dem Versuch schlecht, sie klagten über Kopfschmerzen und Übelkeit. Ein Schüler zog sich Brandblasen zu, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Kronach SPIEGEL ONLINE sagte.

Die Schüler beteiligten sich laut Staatsanwaltschaft freiwillig an den Experimenten. Ob sie allerdings wussten, dass die Stromschläge schmerzhaft sein würden, ist unklar. Der Lehrer zahlte dem Schüler, bei dem sich Brandblasen gebildet hatten, bereits vor Prozessbeginn freiwillig ein Schmerzensgeld von 2000 Euro, wie der "Bayerische Rundfunk" berichtet.   Zu den schmerzhaften Experimenten soll es bereits im Oktober 2013 gekommen sein. "Die Ermittlungen haben sich lange hingezogen", sagt der Gerichtssprecher. Das Gericht habe viele Zeugen angehört und Gutachten anfertigen lassen.

Derselbe Lehrer muss sich zudem wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Im November 2012 soll er einen Schüler mit blauen Augen und blondgefärbten Haaren als Arier bezeichnet haben. Zugleich soll er zu einem Schüler mit tschechischen Wurzeln gesagt haben, er sei von einer minderwertigen Rasse.

Der Lehrer ist nicht mehr an der Schule tätig. Ob er an die Einrichtung zurückkehren kann, ist noch nicht klar. Am 6. August geht der Prozess vor dem Amtsgericht Kronach weiter, dann soll auch das Urteil fallen.

kha
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